Der Angriff auf AdaptHealth begann laut Unternehmensangaben Anfang Juni. Der Angreifer erlangte Zugriff auf cloudbasierte Anwendungen des Konzerns – darunter interne Systeme, die für die Patientenverwaltung und die Ablage von Dokumenten genutzt werden. Der Einstieg gelang über Social Engineering: Kompromittiert wurde eine Benutzersitzung bei einem externen Auftragnehmer.

Dass es überhaupt zu einer Bestätigung kam, ist dem Täter selbst zu verdanken: Erst nachdem dieser das Unternehmen kontaktiert hatte, bestätigte AdaptHealth den Vorfall. Dazu gehörte auch der Diebstahl einer Passwortdatei, die mit der Abrechnung gegenüber Versicherungen in Verbindung steht.

Am 14. August legte das Unternehmen offen, welche Daten der Angreifer ausgeleitet hat: Namen, Kontakt- und demografische Angaben sowie Informationen zur Gesundheit und zur Krankenversicherung. Sozialversicherungsnummern und Finanzdaten seien nach Darstellung von AdaptHealth nicht betroffen.

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Parallel meldete AdaptHealth dem US-Gesundheitsministerium HHS eine Betroffenenzahl von exakt 4.115.802 Personen. Diese Woche tauchte der Fall im öffentlichen Meldeportal des HHS auf, in dem größere Verletzungen des Schutzes von Gesundheitsdaten gelistet werden.

AdaptHealth ist nicht der einzige Fall, der in dieser Runde neu im HHS-Portal erscheint. Ebenfalls am 14. August meldete das klinische Genomikunternehmen Baylor Genetics eine Datenschutzverletzung, die inzwischen ebenfalls im Portal geführt wird. Auch Baylor Genetics wurde im Juni angegriffen.

Die Ausbeute fiel dort umfangreicher aus: Nach Angaben des Unternehmens entwendeten die Angreifer Namen, Geburtsdaten, medizinische Testdaten, Angaben zur Krankenversicherung sowie Sozialversicherungsnummern von Patienten. Zusätzlich wurden personenbezogene Daten von Beschäftigten des Unternehmens samt deren Finanzinformationen kompromittiert.

Insgesamt seien elektronisch geschützte Gesundheitsdaten von 2.810.878 Personen abgeflossen, teilte Baylor Genetics dem HHS mit. Zusammen betreffen die beiden im Juni verübten Angriffe damit fast sieben Millionen Menschen.