Die erste Schwachstelle, CVE-2026-85102, betrifft die Validierung des Zertifikatsvertrauens bei der VPN-Aushandlung. Laut CVE-Eintrag kann ein nicht authentifizierter Angreifer aus der Ferne möglicherweise Code auf dem Security Gateway ausführen. Die zweite, CVE-2026-85103, ist ein Heap-basierter Pufferüberlauf, der beim Decodieren der ASN.1-Struktur eines VPN-Zertifikats auftritt; hier nennt der Eintrag Quantum Security Management und Quantum Security Gateway als angreifbare Systeme.
Beide CVE-Einträge führen dieselbe Liste betroffener Produkte auf — es handelt sich um die als betroffen markierten Versionen, nicht um jene, die den Fix enthalten. Abgedeckt sind drei Quantum-Zweige; zu allem Übrigen fehlen Versionsangaben. Ein am selben Abend veröffentlichtes Advisory des Canadian Center for Cyber Security nennt eine breitere Produktpalette, dafür überhaupt keine Versionen: Security Gateway, Security Management Server sowie Spark Firewall, Check Points Reihe für kleine Unternehmen. Spark taucht dort zweimal auf — einmal für Installationen mit Site-to-Site- oder Remote-Access-VPN und einmal ohne diese Einschränkung.
Im Community-Thread wurde ein Check-Point-Mitarbeiter gefragt, ob Gateways mit abgeschalteter VPN-Software-Blade von CVE-2026-85103 betroffen seien. Seine Antwort: Da es um die Zertifikatsverarbeitung gehe, könne das Problem theoretisch auch in einer Umgebung ohne VPN ausgelöst werden, sofern VPN-Zertifikate vorhanden sind.
Zwei Wege führen zur Behebung. Check Point Live Patch schützt betroffene Kunden nach Herstellerangaben automatisch mit dem am 9. September gestarteten Rollout; ein Mitarbeiter erklärte im Thread, es lasse sich über jedem Jumbo-Hotfix-Stand in R81.20, R82.00 und R82.10 installieren — andere Versionen nannte er nicht. Alternativ sollen Kunden den jeweils aktuellsten Jumbo Hotfix für ihre Version einspielen, sobald dieser verfügbar ist.
Zwei Kunden schrieben, sie betrieben R81.10 und würden diesen Zweig noch wochenlang nicht verlassen. Für ihn stehe weder ein Jumbo Hotfix noch Live Patch bereit, sodass nur die Mitigation bleibe. Diese besteht laut Advisory darin, implizite Regeln für VPN abzuschalten — ein Kunde nannte die Anleitung zu vage und fragte, welche Konfigurationszeilen auszukommentieren seien; ein anderer wollte wissen, wie sich die Maßnahme ohne Auswirkungen auf Remote-Nutzer umsetzen lasse. Beide Fragen blieben im Thread unbeantwortet.
Mehrere Kunden berichteten zudem, der automatische Rollout habe sie nicht erreicht: Fünf Konten meldeten am Tag der Ankündigung Gateways, die noch auf Take 18 oder Take 17 des Pakets für dringende Sicherheitsupdates standen; eines veröffentlichte ein Update-Protokoll mit Take 18 vom 1. September und nichts danach. Auch nicht funktionierende Download-Links wurden gemeldet; ein Check-Point-Mitarbeiter erklärte, die Links seien geprüft worden und funktionierten — ein Kunde widersprach anschließend für zwei Browser, während der Link im Live-Patch-Artikel funktionierte.
Im Juni und Juli hatte Check Point bereits kritische Lücken in denselben Produkten geschlossen, die bei Bekanntgabe bereits ausgenutzt wurden: CVE-2026-50751, eine Umgehung der Authentifizierung in der Zertifikatsprüfung von Remote Access VPN und Mobile Access, nahm die US-Behörde CISA am 8. Juni in ihren Katalog bekannter ausgenutzter Schwachstellen auf. CVE-2026-16232, eine Authentifizierungsumgehung in SmartConsole, folgte am Tag der Offenlegung — eine von drei damals gepatchten Lücken, zwei davon im Security Management Server.
Indikatoren für eine Kompromittierung hat Check Point zu den neuen Lücken nicht veröffentlicht. Auf die Frage, ob Protokolle Ausnutzungsversuche zeigen würden, antwortete ein Mitarbeiter, man habe keine Belege für externe Ausnutzung gesehen, und Kompromittierungsindikatoren gebe es nur für bereits existierende Exploits. Als maßgebliche Dokumente zu betroffenen Produkten, Mitigation und Behebung verweist der Hersteller auf die Advisories sk1000117 und sk1000118.
