PaperCut hat ein Sicherheits-Wartungsrelease bereitgestellt, das alle bislang veröffentlichten Notfall-Patches für zwei aktiv ausgenutzte Schwachstellen ersetzt. Zum Download stehen nach Angaben des Herstellers die Versionen 26.0.5, 25.0.13 und 24.1.10 von PaperCut NG/MF bereit.

“Dies sind reguläre Wartungsreleases, die die vollständige Qualitätssicherung durchlaufen haben”, erklärte das Unternehmen. “Sie enthalten alle Sicherheitskorrekturen aus den Notfall-Patch-Releases 1, 2 und 3 sowie zusätzliche Sicherheitshärtungen und haben unseren üblichen Release-Testprozess durchlaufen.”

Die neuen Ausgaben lösen damit die Notfall-Patches ab, die neben den beiden Schwachstellen auch zwei Regressionen behoben und zusätzliche Härtungs- sowie Gegenmaßnahmen gegen mögliche Angriffsketten mitgebracht hatten.

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Die Lücken werden unter den Kennungen CVE-2026-81578 und CVE-2026-82078 geführt. Angreifer nutzen sie in freier Wildbahn aus, um die Authentifizierung zu umgehen und beliebigen Code auf angreifbaren Instanzen auszuführen.

GreyNoise und Blackpoint Cyber haben einen Fall beschrieben, in dem ein mutmaßlich russischsprachiger Bedrohungsakteur beide Schwachstellen kombiniert, um in mindestens 395 Organisationen in 48 Ländern einzudringen. Der Großteil der Betroffenen entfällt auf den Bildungssektor in den USA.

Bemerkenswert ist die Vorgehensweise: Den Angaben zufolge kamen Hunderte KI-Agenten zum Einsatz, die auf der Codex-Umgebung von OpenAI und einem DeepSeek-Modell basieren, um Organisationen in großem Maßstab anzugreifen. Einrichtungen in Russland, China, Hongkong, Thailand, dem Iran und 23 weiteren Ländern wurden dabei ausgespart. Die Aktivität geht von der IP-Adresse “45.142.193[.]132” aus.

Welches Ziel hinter der Kampagne steht, ist offen. “Es ist unklar, ob dieser Akteur sich ausschließlich auf den Aufbau von Zugängen konzentriert, die an andere verbundene Akteure weitergegeben werden, oder ob er seine Zugänge direkt für Folgeziele wie Datendiebstahl oder den Einsatz von Ransomware nutzen wird”, so GreyNoise.

Angesichts der laufenden Ausnutzung rät PaperCut allen Kunden, die derzeit einen Notfall-Patch-Build betreiben, zum Umstieg auf eines der neuen Wartungsreleases.