Cisco hat eingeräumt, dass zwei erst kürzlich gepatchte Schwachstellen im Secure Firewall Management Center (FMC) von mehreren Angreifergruppen aktiv missbraucht werden. Das FMC dient der zentralen Verwaltung von Firewall-Installationen — ein kompromittiertes System gibt Angreifern damit einen privilegierten Punkt im Netzwerk in die Hand.

Die gravierendere der beiden Lücken trägt die Kennung CVE-2026-20079 und ist mit dem maximalen CVSS-Wert von 10.0 bewertet. Es handelt sich um eine Authentifizierungsumgehung in der Weboberfläche der FMC-Software: Ein nicht authentifizierter Angreifer kann aus der Ferne die Anmeldung umgehen und Skriptdateien auf dem betroffenen Gerät ausführen. Daraus ergibt sich Root-Zugriff auf das zugrunde liegende Betriebssystem.

Deutlich niedriger eingestuft, aber ebenfalls Gegenstand laufender Angriffe ist CVE-2026-20316 mit einem CVSS-Wert von 5.3. Auch hier genügt ein nicht authentifizierter Fernzugriff, um sich mit einem Konto geringer Berechtigungen anzumelden und auf sensible Daten in den verwundbaren Systemen zuzugreifen. Cisco weist ausdrücklich darauf hin, dass sich die Schwachstelle mit anderen Lücken im Secure FMC verketten lässt, um höhere Rechte zu erlangen.

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Cisco Talos hat nach eigener Darstellung drei unterschiedliche Cluster von Aktivitäten nach der Kompromittierung von FMC-Instanzen identifiziert. Diese lassen sich sowohl staatlich unterstützten Akteuren als auch kriminell motivierten Gruppen zuordnen; im Rahmen der beobachteten Angriffe kam es unter anderem zum Diebstahl von Zugangsdaten und zum Einsatz der Ransomware Qilin.

“Kunden wird dringend geraten, die von Cisco bereits veröffentlichten Hotfixes für die betroffenen Softwareversionen für CVE-2026-20079 und CVE-2026-20316 einzuspielen”, teilte das Unternehmen mit. Zugleich kündigte Cisco an, in der kommenden Woche eine umfassende Härtungsversion nachzuliefern, die verschiedene intern entdeckte Schwachstellen adressiert.

Auf behördlicher Seite hat die US-Cybersicherheitsbehörde CISA CVE-2026-20079 in ihren Katalog bekannter ausgenutzter Schwachstellen (Known Exploited Vulnerabilities, KEV) aufgenommen. Zivile Bundesbehörden der USA (Federal Civilian Executive Branch) sind damit verpflichtet, die Patches bis zum 12. September 2026 einzuspielen. Die zweite Lücke, CVE-2026-20316, war bereits Ende Juli 2026 in den KEV-Katalog aufgenommen worden — ein Hinweis darauf, dass die Angriffe auf FMC-Systeme nicht erst seit wenigen Tagen laufen.