Check Point hat Patches für zwei kritische Schwachstellen in seinen Gateway- und Firewall-Produkten bereitgestellt. Beide Fehler stecken in der VPN-Funktionalität und lassen sich laut Hersteller ohne vorherige Authentifizierung für die Ausführung von Code aus der Ferne missbrauchen. Der CVSS-Wert liegt bei jeweils 9.8.
CVE-2026-85102 wird als unzureichende Validierung von Zertifikatsdaten während der VPN-Aushandlung beschrieben. Die Lücke betrifft Security Gateway und die Check Point Spark Firewall, sofern dort Site-to-Site-VPN oder Remote-Access-VPN konfiguriert ist.
CVE-2026-85103 ist dagegen ein Heap-Überlauf im Ablauf der ASN.1-Dekodierung von VPN-Zertifikaten. Hier ist der Kreis der betroffenen Produkte größer: Neben Security Gateway und Spark Firewall ist auch der Check Point Security Management Server anfällig.
Sicherheitsupdates hat das Unternehmen für die Versionen R82.10, R82 und R81.20 sämtlicher betroffener Produkte veröffentlicht. Wer nicht sofort aktualisieren kann, soll die VPN-Regeln von Hand setzen. “Für Site-to-Site-VPN sollten die impliziten Regeln für VPN deaktiviert und der VPN-Zugriff für UDP/500 und UDP/4500 manuell auf die jeweiligen Peer-IP-Adressen beschränkt werden”, empfiehlt Check Point.
Diese Gegenmaßnahme greift allerdings nicht bei lokal verwalteten Spark-Firewall-Instanzen. Deren Betreibern rät der Hersteller, die aktuellen Jumbo-Hotfixes so rasch wie möglich einzuspielen. Kunden, bei denen Check Point LivePatch aktiviert ist, erhalten die Korrekturen automatisch.
Beide Schwachstellen hat Check Point nach eigenen Angaben intern entdeckt. Anhaltspunkte für Angriffe in freier Wildbahn liegen demnach nicht vor. Im Sommer hatte das Unternehmen seine Kunden hingegen vor der aktiven Ausnutzung zweier Zero-Day-Lücken gewarnt, die unter CVE-2026-16232 und CVE-2026-50751 geführt werden.
