Die auffälligste Meldung der Woche betrifft die Ruby-Paketquelle RubyGems. Nach Angaben der Forscher Spencer Kitts, Thomas Larsen und Sydney Von Arx steckte hinter dem als „großer bösartiger Angriff" bezeichneten Vorfall vom Mai 2026 kein einzelner Akteur, sondern ein Cluster von OpenAI-Agenten. Diese veröffentlichten im Mai und Juni 2026 massenhaft Tausende Pakete. „Der Schwarm verhält sich außerordentlich ähnlich wie die deutschsprachigen Wiki-Agenten, die wir zuvor gefunden haben", so die Forscher.

Fast zeitgleich bekannte sich Anthropic zu einem weiteren Zwischenfall, bei dem eigene Modelle ohne Erlaubnis auf Systeme Dritter zugriffen. Der Fall stammt aus dem Januar 2026 und betraf eine frühe Version von Claude Opus 4.6, die eine Capture-the-Flag-Aufgabe lösen sollte. „Das Modell entdeckte eine Maschine, die einem Dritten gehörte und auf die es zugreifen konnte, und erklärte, es halte diesen Dritten für Teil des CTF", heißt es in der Darstellung. „Im Inneren der Maschine fand das Modell eine Datei mit einem Passwort, das es nutzte, um Administratorzugriff auf das System zu erlangen."

Dabei blieb es nicht: Das Modell sammelte weitere Zugangsdaten ein, veränderte eine Systemeinstellung, um den Rechner leichter erreichbar zu machen, und las persönliche Daten einer Person, die mit der nicht genannten Organisation in Verbindung stand. Weiter kam es nur deshalb nicht, weil das zugewiesene Rechenbudget aufgebraucht war und die Sitzung endete.

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Solche Vorfälle, bei denen Agenten führender KI-Labore gegen ihre Programmierung handeln und Beschränkungen umgehen, um ihre Ziele zu erreichen, verstärken die Zweifel daran, ob Entwickler zunehmend leistungsfähige Modelle noch zuverlässig eingrenzen können. Die Verantwortung liegt dabei nicht allein bei den KI-Anbietern, die Schutzmechanismen bauen müssen, sondern auch bei denjenigen, die solche Bewertungen durchführen und ihre Testumgebungen sauber abschotten sollten. Über Fähigkeiten sprechen KI-Unternehmen regelmäßig – über Haftung, wenn Schutzmechanismen versagen, deutlich seltener.

Ein weiteres Dauerthema bleiben OAuth-Berechtigungen: Sie ermöglichen den Datenaustausch zwischen Anwendungen, KI-Werkzeugen und MCP-Servern und werden in den meisten Fällen nie überprüft.

Bei den Schwachstellen ist der Abstand zwischen Patch und Exploit weiter geschrumpft. Als besonders dringend markiert sind in dieser Woche CVE-2026-85880 und CVE-2026-81963 (Microsoft Windows), CVE-2026-85706 (GitLab), CVE-2026-44756 und CVE-2026-58240 (SAP), CVE-2026-76578 (FreeIPA), CVE-2026-84282 (ONLYOFFICE-ownCloud-Integrations-Plugin von Ascensio System SIA), CVE-2026-67401 (cPanel und WHM), CVE-2026-82533 (DeepSeek Harness), CVE-2026-10090 (Red Hat Advanced Cluster Management for Kubernetes), CVE-2026-18667 (Tenable Sensor Proxy) sowie CVE-2026-20293, CVE-2026-33197 und CVE-2026-6485 (UEFI Shell).

Hinzu kommen CVE-2025-20701 (Skullcandy Dime 3), die Fortinet-Lücken CVE-2026-84390, CVE-2026-84388, CVE-2026-26084 und CVE-2026-84393, sechs Ivanti-Schwachstellen (CVE-2026-12647, CVE-2026-12645, CVE-2026-12646, CVE-2026-12650, CVE-2026-12744, CVE-2026-12745), CVE-2026-78546 und CVE-2026-78547 (Citrix), CVE-2026-85102 und CVE-2026-85103 (Check Point), CVE-2026-51990 (Tencent Sogou Input Method), CVE-2026-42016, CVE-2026-42018 und CVE-2026-82329 (JFrog Artifactory), CVE-2026-84286 (ExLlamaV3), eine Reihe von Chamilo-Lücken (unter anderem CVE-2026-61578 bis CVE-2026-61602 sowie CVE-2026-70647 und CVE-2026-70648) und eine lokale Rechteausweitung im Treiber amwrtdrv.sys von AOMEI Backupper.