Nach den Gerichtsunterlagen waren die fünf Männer Anführer des lokalen Zweigs von Black Axe, dessen Zentrale im nigerianischen Benin City liegt. Perry Osagiede soll das Kapstadter Kapitel gegründet und die Betrugsaktivitäten gegen Einwohner der USA gesteuert haben.
Die Anklage stützt sich unter anderem auf offene Gespräche zwischen Perry Osagiede und weiteren Beteiligten über Romance Scams und andere Betrugsmaschen. Osagiede teilte demnach mehrfach Muster von Nachrichten, die er an Opfer verschickte, sowie Szenarien, mit denen sich Betroffene zu weiteren Zahlungen bewegen ließen.
Ihre Opfer suchte die Gruppe auf sozialen Netzwerken und Dating-Portalen. Über Apps und unter falschen Identitäten nahm sie Kontakt auf und baute Vertrauen auf. Die Strafanzeigen enthalten lange Listen der Aliasnamen, die bei den Betrugsfällen zum Einsatz kamen. Weigerten sich Opfer, Geld zu überweisen, drohte die Gruppe laut US-Justizministerium häufig damit, intime Fotos der Betroffenen zu veröffentlichen.
Zur Geldwäsche nutzte Perry Osagiede den Ermittlern zufolge mehrere südafrikanische Firmen, an deren Führung er beteiligt war. Zusätzlich eröffneten einige Opfer eigene Bankkonten für die Betrüger, auf die Geld floss. Ein Teil der gewaschenen Beträge ließ sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft nicht nur auf Romance Scams, sondern auch auf Fälle von Business E-Mail Compromise zurückführen.
Stefanie Roddy, Sonderermittlerin und Leiterin des FBI-Büros in Newark, bezeichnete Black Axe als eine „berüchtigt gewalttätige transnationale kriminelle Organisation“. Sie rief weitere Geschädigte dazu auf, sich zu melden, sofern sie von Personen aus dem Umfeld der Gruppe betrogen wurden.
US-Behörden arbeiten bei der Zerschlagung von Black Axe seit Längerem mit Interpol und anderen Regierungen zusammen. Vor zwei Wochen nahm Interpol 58 Personen in 22 Ländern fest; einige von ihnen sollen Black Axe Geldwäschedienste und Website-Domains bereitgestellt haben. Im April gingen schweizerische und deutsche Strafverfolger bei Razzien in beiden Ländern gegen zehn mutmaßliche Mitglieder der Gruppe vor und nahmen sie fest.
Wie groß der finanzielle Schaden solcher Maschen insgesamt ist, verdeutlicht eine jüngere Angabe des US-Finanzministeriums: Seit 2023 seien US-Bürgerinnen und -Bürgern rund 12,7 Milliarden Dollar durch aus dem Ausland betriebene Romance- und Investmentbetrügereien entzogen worden.
