Die Anklage zeichnet das Vorgehen detailliert nach: Die fünf Beschuldigten sollen unter zahlreichen Aliasnamen aufgetreten sein und über soziale Netzwerke, Online-Dating-Portale sowie VoIP-Rufnummern Kontakt zu Opfern in den USA aufgenommen haben. Ziel war es, den Betroffenen eine romantische Beziehung vorzuspiegeln und sie so zu Geldüberweisungen zu bewegen.

Weigerten sich die Opfer zu zahlen, sollen die Täter mit Druckmitteln nachgeholfen haben — unter anderem mit der Drohung, intime Fotos der Betroffenen im Internet zu veröffentlichen.

„Black Axe ist eine notorisch gewalttätige transnationale kriminelle Organisation, die sich nebenbei auch mit Romance Scams Geld verschafft", sagte Stefanie Roddy, Sonderermittlungsleiterin des FBI-Büros Newark. Die Fähigkeit des FBI Newark und der Partnerbehörden, bis nach Südafrika zu greifen, zeige die Entschlossenheit, „jede Art von Betrüger zur Rechenschaft zu ziehen, der hier in den Vereinigten Staaten unschuldige Opfer ausnimmt".

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Die Auslieferung reiht sich in eine Folge internationaler Maßnahmen gegen das Syndikat ein. Im vergangenen Monat nahmen Strafverfolgungsbehörden aus 22 Ländern im Rahmen der Operation „Jackal IV" 58 Personen fest und identifizierten 263 Verdächtige, die mit von afrikanischen Gruppierungen koordinierten Cybercrime-Netzwerken in Verbindung stehen sollen. Die Aktion richtete sich gezielt gegen die Strukturen von Black Axe. Spanische Behörden nahmen zudem 34 mutmaßliche Cyberbetrüger fest, die einem mit Black Axe verbundenen Netzwerk zugerechnet werden.

Auch frühere Verfahren in den USA betrafen die Gruppe: Im Januar 2024 wurde das Black-Axe-Mitglied Olugbenga Lawal zu zehn Jahren Haft verurteilt, weil er Millionenbeträge gewaschen hatte, die Akteure des Syndikats älteren US-Bürgern über Internetbetrugsmaschen abgenommen hatten.