Ihor Klymenko, zuvor Chef der ukrainischen Nationalen Polizei und Innenminister, leitet künftig das Nationale Zentrum für Cybersicherheitskoordination (NCCC). Präsident Wolodymyr Selenskyj übertrug ihm damit die Verantwortung für ein Gremium, das die Reaktion staatlicher Stellen auf größere Cyberbedrohungen koordiniert.

Das 2016 geschaffene NCCC arbeitet unter dem Dach des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrats (NSDC). Es beobachtet die Cyberbedrohungslage des Landes, stimmt die Arbeit der zuständigen Behörden ab und überwacht die Umsetzung der nationalen Cybersicherheitsstrategie. Bisher stand Rustem Umjerow, der frühere Sekretär des Rates, an seiner Spitze.

Einen technischen Hintergrund in der Cybersicherheit bringt Klymenko nach bisherigem Kenntnisstand nicht mit. Seine bisherigen Ämter machten ihn allerdings zum Vorgesetzten von Behörden, die an der Bekämpfung von Cyberkriminalität und an der Abwehr russischer Cyberbedrohungen beteiligt sind. Ab 2019 führte er die Nationale Polizei, zu der die Abteilung Cyberpolizei gehört. 2023 wurde er Innenminister und damit für mehrere Strafverfolgungs- und Rettungsbehörden zuständig. Im August 2026 rückte er an die Spitze des NSDC.

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Selenskyj hatte Klymenko zuvor auch als möglichen Kandidaten für das Amt des Verteidigungsministers erwogen, nachdem Mychajlo Fedorow abrupt entlassen worden war. Der Präsident begründete sein Vertrauen damit, dass Klymenkos Erfahrung bei der Koordination der Verteidigungs- und Sicherheitsbehörden sowie im Umgang mit russischen Cyberoperationen und kriminellen Netzwerken von Nutzen sei.

Die Ernennung fügt sich in einen breiteren Umbau der ukrainischen Sicherheits- und Strafverfolgungsspitzen ein. Im Juli wurde Jewhenij Chmara, zuvor im Nachrichtendienst- und Terrorabwehrbereich tätig, zum kommissarischen Verteidigungsminister ernannt. Sein erster Stellvertreter Oleksandr Poklad übernahm anschließend kommissarisch die Leitung des Inlandsgeheimdienstes SBU, der für Spionageabwehr und weitere Fragen der inneren Sicherheit zuständig ist.

Unabhängig davon stimmte das ukrainische Parlament in dieser Woche der Entlassung von Generalstaatsanwalt Ruslan Krawtschenko zu. Hintergrund sind Vorwürfe, Mitarbeiter seiner Behörde hätten Bestechungsgelder angenommen, um betrügerische Callcenter vor der Strafverfolgung zu schützen.