Premier Medical Group hat den Vorfall in einer eigenen Mitteilung beschrieben. Demnach traten im Juni Störungen an Teilen der IT-Systeme auf. Die daraufhin eingeleitete Untersuchung ergab, dass Unbefugte am 14. Juni auf bestimmte Dateien zugegriffen hatten, in denen persönliche und gesundheitsbezogene Daten von Patienten gespeichert waren.
Der Umfang der betroffenen Datensätze ist erheblich: Neben Namen, Kontaktdaten und Geburtsdaten zählt PMG auch Behandlungs- und Diagnosedetails, Angaben zu Medikamenten, Informationen zur Krankenversicherung, Behandlungszeitpunkte, die Namen der jeweiligen Leistungserbringer sowie interne Patientenkennnummern auf. Damit handelt es sich um einen Datenbestand, der weit über bloße Stammdaten hinausgeht und die medizinische Historie der Betroffenen berührt.
PMG rät seinen Patienten, die Abrechnungen ihrer Leistungserbringer und ihrer Krankenversicherung genau zu prüfen. „Wir empfehlen Patienten, die Abrechnungen zu prüfen, die sie von ihren Leistungserbringern und ihrer Krankenversicherung erhalten. Falls dort Leistungen auftauchen, die nicht in Anspruch genommen wurden, sollten Patienten sich umgehend an ihren Leistungserbringer oder ihre Krankenkasse wenden“, so das Unternehmen.
Die formale Meldung erfolgte an das US-Gesundheitsministerium HHS. Dort nannte PMG eine Zahl von 282.075 betroffenen Personen. Das HHS hat den Fall in dieser Woche in sein öffentlich einsehbares Portal für Meldungen von Datenschutzverletzungen im Gesundheitswesen aufgenommen.
Zu den technischen Hintergründen des Angriffs schweigt der Anbieter bislang. Weder zum Einfallsweg noch zu einer möglichen Zuordnung an eine bestimmte Tätergruppe machte PMG Angaben. SecurityWeek weist darauf hin, dass bislang keine bekannte Ransomware- oder Erpressergruppe die Verantwortung für den Vorfall übernommen hat — der Fall bleibt also vorerst ohne bekannten Urheber.
Premier Medical Group versorgt Patienten an mehreren Standorten im Hudson Valley im Bundesstaat New York und deckt ein breites Fachspektrum ab, darunter Kardiologie, Dermatologie, Gastroenterologie, Neurologie, plastische Chirurgie, Gynäkologie und Innere Medizin.
