Die Selbsteinschätzung vieler Unternehmen klafft deutlich auseinander von der Realität. Der „Datto State of BCDR Report 2025" kommt zu dem Ergebnis, dass mehr als 60 Prozent der Organisationen glauben, sich in weniger als einem Tag von einem Vorfall erholen zu können – tatsächlich schafften das nur 35 Prozent.
Jede zusätzliche Stunde Ausfallzeit bedeutet verlorene Produktivität, verzögerte Transaktionen, gestörten Kundenservice und IT-Teams, die aus dem Tagesgeschäft abgezogen werden. Für mittelständische Unternehmen ist die Wiederherstellungszeit damit keine IT-Kennzahl, sondern eine finanzielle: Je schneller kritische Abläufe wieder laufen, desto stärker lassen sich die Kosten begrenzen.
Erschwerend kommt hinzu, dass Angreifer bei Ransomware-Attacken zunehmend gezielt die Backup-Infrastruktur ins Visier nehmen. Sind die Sicherungen kompromittiert, bleiben forensische Untersuchungen, Incident-Response-Spezialisten, der Neuaufbau von Systemen, neue Software und erheblicher interner IT-Aufwand. Und selbst vorhandene Backups nützen nur, wenn sie sauber, zugänglich und tatsächlich wiederherstellbar sind. Genau hier liegt der Unterschied zwischen einem Backup und einer BCDR-Reife: Ein Backup belegt, dass eine Kopie der Daten existiert – eine getestete Wiederherstellungsstrategie beantwortet, wie schnell aus dieser Kopie wieder ein funktionierendes Unternehmen wird.
Parallel zur technischen Bewältigung läuft die regulatorische Uhr. Die EU-Datenschutz-Grundverordnung verlangt die Meldung einer meldepflichtigen Verletzung personenbezogener Daten binnen 72 Stunden nach Kenntnisnahme. Die US-Börsenaufsicht SEC verpflichtet börsennotierte Unternehmen, wesentliche Cybersicherheitsvorfälle innerhalb von vier Geschäftstagen offenzulegen; weitere Regelwerke wie HIPAA stellen eigene Anforderungen. Daraus entsteht eine zusätzliche Kostenschicht aus Rechtsberatung, Untersuchung, Benachrichtigung, Berichterstattung und regulatorischem Risiko – die umso schwerer zu bewältigen ist, je länger die Wiederherstellung dauert.
Wie stark sich eine geplante Wiederherstellung auswirken kann, zeigt ein Fall des Datto-MSP-Partners Techify: Nach einem Anruf wegen eines Kunden, der über einen kompromittierten Drucker von Ransomware getroffen worden war, stellte das Team 19 Terabyte Daten wieder her und hatte den Betrieb in weniger als zwei Stunden vollständig zurück. Der Kunde zahlte kein Lösegeld und musste seine Umgebung nicht wochenlang neu aufbauen.
Technisch setzt Datto BCDR darauf, das Wiederherstellungsfenster zu verkürzen: Das Produkt erstellt Snapshots vollständiger Systeme inklusive Dateien, Betriebssystem, Anwendungen und Einstellungen in Intervallen von bis zu fünf Minuten. Im Angriffsfall lassen sich betroffene Systeme auf der Backup-Appliance oder in der Datto Cloud virtualisieren, während die kompromittierte Umgebung isoliert wird. So kann der Betrieb weiterlaufen, während das IT-Team den Angriff untersucht und die vollständige Wiederherstellung im Hintergrund abschließt.
Tempo hilft allerdings nur mit einem sauberen Wiederherstellungspunkt. Datto schützt Cloud-Backups deshalb mit WORM-Speicher (write once, read many), damit Ransomware Sicherungsdaten weder verändern noch löschen kann; zusätzlich überwacht eine auf maschinellem Lernen basierende Anomalieerkennung die Backup-Aktivität auf ungewöhnliche Muster.
Die entscheidende Rechnung sollte vor dem Ernstfall aufgemacht werden. Statt zu fragen, was ein Ransomware-Angriff kosten würde, empfiehlt Datto, die Kosten jeder einzelnen Ausfallstunde zu beziffern und sie mit den eigenen Zielwerten für Wiederherstellungszeit (RTO) und Wiederherstellungspunkt (RPO) sowie den Kosten für deren Erreichung zu vergleichen. Die Formel lautet: Ausfallkosten × Wiederherstellungszeit + Wiederherstellungs- und Bereinigungskosten + mögliche rechtliche und regulatorische Kosten = potenzielle Geschäftsauswirkung. Für diese Einschätzung stellt der Anbieter einen RTO- und Downtime-Kostenrechner bereit.
