Die International Meteor Organization hat einen Cyberangriff bestätigt, der einen erheblichen Teil ihrer Website unbrauchbar gemacht hat. Statt des gewohnten Angebots erscheint derzeit nur eine statische Seite mit einer Mitteilung an die Besucher.
„Wir haben kürzlich einen Cyberangriff erlitten, der unserer alternden Infrastruktur einen kritischen Schlag versetzt und einen Großteil unserer Seite offline genommen hat“, heißt es darin. Die Organisation erwartet „mehrere Wochen teilweiser Ausfallzeit“, während sie auf neue Infrastruktur und neue Dienste umzieht. Einzelne Funktionen sollen schrittweise zurückkehren, sobald sie wieder bereitstehen.
Zuerst wiederhergestellt wurde nach Angaben der IMO das Meldesystem für Feuerkugeln (Fireball Reports). Nutzer können dort wieder Beobachtungen einreichen. Die laufende Berichterstattung über Asteroiden und Meteore läuft unterdessen über die Facebook-Seite der Organisation.
Die IMO wurde 1988 gegründet, um Amateurbeobachter, Berufsastronomen und Wissenschaftler zusammenzubringen. Die in Belgien ansässige Nichtregierungsorganisation hat maßgeblich globale Standards für Meteorbeobachtungen entwickelt und betreibt eine Datenbank mit Meteor- und Feuerkugelmeldungen, die Fotos, Videos und teleskopische Daten enthält. In der kommenden Woche richtet sie ihre jährliche internationale Konferenz in Frankreich aus.
Auf Anfragen um eine Stellungnahme reagierte die Organisation nicht. Zu dem Angriff hat sich bis Mittwochnachmittag keine Hackergruppe bekannt; Angaben zu Art und Umfang der Kompromittierung liegen über die Mitteilung auf der Website hinaus nicht vor.
Einrichtungen der Weltraum- und Astronomieforschung sind wiederholt ins Visier von Angreifern geraten. US-Behörden hatten bereits zuvor vor Cyberangriffen auf die Raumfahrtbranche gewarnt, deren Bedeutung für die Weltwirtschaft wächst. 2023 waren das National Optical-Infrared Astronomy Research Laboratory der National Science Foundation auf Hawaii sowie das Observatorium Atacama Large Millimeter Array (ALMA) in Chile betroffen. Im selben Jahr traf ein Ransomware-Angriff die American Meteorological Society.
