Der GUARD Act zielt auf eine Lücke im US-Strafverfolgungssystem: Betrugsfälle im Netz sind für Bundesbehörden oft zu klein, für lokale Polizeidienststellen technisch aber zu groß. Der am Dienstag im Repräsentantenhaus verabschiedete Entwurf soll diese Lücke schließen, indem er bestehende Fördermittel für Ermittlungen in Fällen von Finanzbetrug öffnet.

Konkret könnten Behörden das Geld nutzen, um Analysten und Expertinnen für derartige Delikte einzustellen. Vorgesehen sind außerdem Schulungen – sowohl zur Unterstützung von Opfern finanzieller Ausbeutung als auch zum Einsatz von Blockchain-Analysewerkzeugen, mit denen sich gestohlene Kryptowährungen nachverfolgen und Täter identifizieren lassen. Ebenfalls förderfähig wären Software für Finanzermittlungen sowie die Benennung einer festen Ansprechstelle, über die Finanzinstitute Informationen mit den Strafverfolgungsbehörden austauschen können.

Die Mittel sollen aus fünf bereits existierenden Förderprogrammen des US-Justizministeriums stammen, darunter das Information Sharing Training and Technical Assistance Program. Neue Ausgaben entstehen damit nicht; es geht um die Zweckerweiterung vorhandener Töpfe.

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Der Gesetzestext betont besonders die Verwundbarkeit von Seniorinnen und Senioren gegenüber solchen Maschen, die häufig aus dem Ausland von transnationalen kriminellen Gruppierungen betrieben werden. Die Dimension des Problems beziffert der Entwurf mit Rekordzahlen für 2025: 11,4 Milliarden US-Dollar Verluste im Zusammenhang mit Kryptowährungen, davon allein 8,6 Milliarden US-Dollar durch Anlagebetrug.

Unterstützung kommt von der Seniorenorganisation AARP. Clark Flynt-Barr, dort Direktorin für Regierungsangelegenheiten im Bereich finanzielle Sicherheit, lobte das Vorhaben kürzlich in einem Video in sozialen Medien. „Eines der Dinge, die wir über das Fraud Watch Network der AARP immer wieder von Betrugsopfern gehört haben, war: Wenn sie Betrugsfälle bei ihrer örtlichen Polizei meldeten, hatte die örtliche Polizei nicht die richtigen Werkzeuge, um diese Straftaten tatsächlich zu untersuchen“, sagte sie. Das Gesetz werde dafür sorgen, dass Strafverfolgungsbehörden der Bundesstaaten und Kommunen, die „wirklich an vorderster Front im Kampf gegen Betrug stehen“, die passenden Instrumente erhielten.

Im Senat liegt bereits ein Parallelentwurf vor. Die Senatorinnen Katie Britt (Republikanerin, Alabama) und Kirsten Gillibrand (Demokratin, New York) hatten ihn im Juli 2025 eingebracht und dabei besonders den Zugang lokaler Ermittler zu Technologie für die Blockchain-Nachverfolgung hervorgehoben. Im Februar wurde er auf den Terminkalender des Senats gesetzt.

Am Dienstagabend verabschiedete das Repräsentantenhaus zudem einen zweiten Entwurf, der die sogenannte „Betrugssteuer“ abschaffen soll. Bislang müssen US-Bürger Steuern auf Gelder zahlen, die ihnen gestohlen wurden. Die Regelung soll rückwirkend für Opfer gelten, die zwischen 2021 und 2025 betrogen wurden.