Die Abschaltung ist nicht der erste Zugriff auf diese Marke: Bereits im Dezember 2022 hatte das US-Justizministerium die Domain nightmarestresser[.]com beschlagnahmt und sechs Verdächtige festgenommen, die mehrere DDoS-Mietdienste betrieben haben sollen.
„Seit 2022 wurde der Booter-Dienst NightmareStresser für hunderttausende tatsächliche oder versuchte DDoS-Angriffe gegen Opfer weltweit eingesetzt", erklärte die Cyberabteilung des FBI am Mittwoch.
Das Beschlagnahmebanner verweist auf den Rahmen der Aktion: „Diese Strafverfolgungsmaßnahme wurde von der Operation PowerOFF unterstützt, einem koordinierten Vorgehen internationaler Strafverfolgungsbehörden mit dem Ziel, kriminelle Infrastrukturen für DDoS-Dienstleistungen weltweit zu zerschlagen."
Operation PowerOFF läuft seit Dezember 2018, als zum Auftakt 15 Websites mit Bezug zu DDoS-as-a-Service-Plattformen beschlagnahmt wurden. Seitdem gingen den Ermittlern unter anderem der britische Dienst DigitalStress und die DDoS-Bewertungsplattform Dstat.cc ins Netz; in Polen wurden zwei Betreiber von Stresser-Diensten verhaftet. In zwei weiteren Wellen zogen die Behörden zudem 13 sowie 48 Domains ein, auf denen Booter-Plattformen gehostet waren.
Im vergangenen Jahr nahmen polnische Behörden vier Verdächtige fest, die mit sechs DDoS-Mietplattformen in Verbindung stehen. Diese Dienste sollen seit 2022 tausende Angriffe auf Schulen, Behördendienste, Unternehmen und Gaming-Plattformen in aller Welt ermöglicht haben. Im Rahmen derselben koordinierten Aktion beschlagnahmten die USA neun Domains.
Die technischen Kennzahlen aus der Analyse von Searchlight Cyber verdeutlichen, wie niedrigschwellig solche Angebote funktionieren: Kunden mussten weder eigene Infrastruktur aufbauen noch Geräte kompromittieren, sondern buchten Angriffsleistung aus einem Pool von 52 Servern und gekaperten Endgeräten. Mit bis zu 200 Gbit/s und Angriffsmustern auf Schicht 4 und Schicht 7 deckte NightmareStresser sowohl reine Bandbreitenfluten als auch Angriffe gegen Anwendungslogik ab.
