Besonders deutlich wird der politische Kontext an einem der Ziele in Panama: Eine der angegriffenen Organisationen ist unmittelbar in einen laufenden Handelsstreit um zwei große Häfen im Bereich des Panamakanals eingebunden. Trump hatte den Betrieb einzelner Häfen durch chinesische Unternehmen wiederholt kritisiert und versucht, den mutmaßlichen Einfluss Pekings auf Teile des Kanals zurückzudrängen.
Den Namen SparroWocky wählte ESET, weil sämtliche der zuerst entdeckten Samples der Hintertür die Eingangsstrophe des Gedichts „Jabberwocky“ des englischen Autors Lewis Carroll enthielten.
Technisch ist die Backdoor darauf ausgelegt, ihre Analyse zu erschweren. Nach Einschätzung von ESET zeigt sie zudem, dass die Gruppe über tiefgehende Kenntnisse der internen Abläufe von Windows-Systemen verfügt. Teile des Codes stammen aus quelloffenen Projekten.
Funktional erlaubt SparroWocky das Abziehen von Dateien und das Anfertigen von Bildschirmaufnahmen. Darüber hinaus sammelt die Schadsoftware Informationen über das kompromittierte System, darunter die IP-Adresse und Benutzernamen.
FamousSparrow ist nach Angaben von ESET mindestens seit 2019 aktiv und führt chinesische Cyberspionagekampagnen in mehreren Regionen durch, wobei die Gruppe eine Reihe unterschiedlicher Schwachstellen ausnutzt. Ursprünglich richteten sich die Angriffe gegen Hotels; später verlagerte sich das Zielspektrum auf Regierungen, Wirtschaftsverbände, internationale Organisationen und Anwaltskanzleien.
Öffentlich wurde FamousSparrow zudem mit Salt Typhoon in Verbindung gebracht – jener chinesischen Gruppe, der US-Strafverfolgungsbehörden Einbrüche beim Finanzministerium, bei mehreren großen US-Telekommunikationsanbietern sowie in eine von Mitarbeitern des Kongresses genutzte E-Mail-Plattform vorwerfen.
