Check Point hat seine Kunden über eine kritische Schwachstelle in den Produkten Security Management und Log Server informiert. Die Lücke mit der Kennung CVE-2026-91843 erlaubt es einem nicht authentifizierten Angreifer nach Herstellerangaben, „über den Anmeldevorgang aus der Ferne beliebigen Code mit Root-Rechten auszuführen“. Damit steht die vollständige Übernahme der betroffenen Systeme im Raum.
Hinweise auf eine Ausnutzung im freien Feld gibt es nach Angaben des Herstellers bislang nicht. Dennoch hat Check Point eine Reihe möglicher Kompromittierungsindikatoren (IoCs) veröffentlicht, mit denen Administratoren ihre Installationen prüfen können. Kunden, bei denen automatische Updates nicht aktiviert sind, sollen den Patch unverzüglich einspielen.
Der Hinweis kommt in einer Phase, in der Check-Point-Produkte offenbar verstärkt ins Visier von Angreifern geraten sind: In den vergangenen Monaten wurden dort mehrfach Schwachstellen attackiert, darunter auch Zero-Day-Lücken.
Tanium hat in dieser Woche fünf neue Sicherheitshinweise veröffentlicht, die Schwachstellen mit hohem und mittlerem Schweregrad betreffen. In Tanium Asset schloss das Unternehmen zwei als hoch eingestufte SQL-Injection-Lücken. Authentifizierte Angreifer konnten darüber lesend und schreibend auf eigentlich gesperrte Daten zugreifen oder die vom Dienst ausgeführten SQL-Abfragen manipulieren.
Eine weitere Schwachstelle, die das Manipulieren von SQL-Abfragen ermöglicht, wurde in Tanium Threat Response behoben. Dort kamen zudem Korrekturen für zwei Lücken mittleren Schweregrads hinzu: eine Server-Side Request Forgery, über die sich Zugriff auf eingeschränkte Daten erlangen ließ, sowie eine fehlerhafte Zugriffskontrolle, die das Anlegen oder Verändern von Warnmeldungen erlaubte.
Kaspersky wiederum veröffentlichte am 17. September einen neuen Hinweis zu Kaspersky Security 10 for Linux Mail Server. Das Produkt ist von einer Redis-Schwachstelle betroffen, die bereits 2023 entdeckt worden war. „Die Schwachstelle könnte potenziell zu einer Fehlfunktion des Produkts führen oder es einem Angreifer erlauben, beim Verarbeiten von Dateien eines bestimmten Formats Code auszuführen“, erklärte das Unternehmen.
Bemerkenswert ist bei allen drei Fällen, dass es sich um Sicherheitsprodukte handelt – also um Software, die in Unternehmensnetzen typischerweise mit weitreichenden Rechten und an zentraler Stelle betrieben wird. Besonders die Check-Point-Lücke betrifft mit Security Management und Log Server Komponenten, über die Sicherheitsrichtlinien verwaltet und Protokolldaten gesammelt werden.
