Helpfeel bestätigte den Vorfall in einer Stellungnahme: „Unsere anschließende Untersuchung hat bestätigt, dass die dritte Partei auf die Datenbank von Gyazo zugegriffen hat und dass Nutzerinformationen sowie Metadaten zu hochgeladenen Bildern unbefugt offengelegt wurden." Welche Angaben konkret betroffen sind, unterscheidet sich laut Unternehmen von Nutzer zu Nutzer; im Datenbestand befinden sich auch anonyme Kontodatensätze, deren Anteil Gyazo nicht beziffert hat.
Besonders umfangreich ist der Metadatenbestand: 490 Millionen Datensätze, die größtenteils zu Bildern gehören, die vor Januar 2019 hochgeladen wurden. Dazu zählen die Bild-IDs, aus denen sich die Bild-URLs zusammensetzen, die IP-Adressen beim Upload, User-Agent-Zeichenketten, EXIF-Standortdaten, per Texterkennung ausgelesene Inhalte, Bildtitel, Quell-URLs sowie gehashte Passphrasen für private Bilder.
Helpfeel weist darauf hin, dass sich über die Bild-IDs unter Umständen die zugehörigen Inhalte abrufen lassen. Aus diesem Grund hat das Unternehmen den Zugriff auf jene Dateien vorübergehend gesperrt, deren Datensätze offengelegt wurden. Zusätzlich erlangten die Angreifer eine Liste, aus der hervorgeht, welche Bilder als privat markiert sind – dass einzelne davon eingesehen wurden, kann das Unternehmen nach eigenen Angaben nicht ausschließen.
Hinweise auf gelöschte Daten fand die Untersuchung bislang nicht. Auch für die weiteren Dienste des Betreibers, Helpfeel und Cosense, gibt es dem Unternehmen zufolge keine Anzeichen für einen Datenabfluss.
Die Aufarbeitung läuft gemeinsam mit externen Fachleuten; die Behörden wurden informiert, betroffene Nutzer werden direkt benachrichtigt. Gyazo rät allen Nutzern, ihr Passwort beim Dienst zu ändern – ebenso auf allen anderen Plattformen, auf denen dieselben Zugangsdaten verwendet werden – und auf verdächtige Zuschriften zu achten.
