“The Com” – abgeleitet von “Community” – ist nach Darstellung von Europol ein loses Geflecht englischsprachiger Cyberkrimineller. Das Netzwerk macht sich besonders dadurch bemerkbar, dass es gezielt Kinder und Jugendliche anwirbt, ausbeutet und zu Opfern macht – für Erpressung, Gewalt und die Herstellung von Material über sexuellen Kindesmissbrauch. Aktiv ist die Gruppe auf einer Vielzahl von Plattformen, darunter soziale Medien, Online-Spiele, Messaging-Dienste und Musik-Streaming-Angebote.
Innerhalb von “The Com” gilt eine Untergruppe namens “764”, die erstmals 2021 in Erscheinung trat, als besonders berüchtigt. Sie bringt junge Menschen dazu, explizites Material zu produzieren, das anschließend zur Erpressung genutzt oder unter Mitgliedern geteilt wird. Zwei mutmaßliche Anführer von “764” – der 21-jährige Leonidas Varagiannis und der 20-jährige Prasan Nepal – wurden im April 2025 festgenommen und wegen des Betriebs eines internationalen Rings zur Ausbeutung von Kindern angeklagt. Ihnen droht lebenslange Haft.
“The Com” wurde bereits zuvor mit prominenten Ransomware-Angriffen in Verbindung gebracht: im April 2025 mit Attacken auf Marks & Spencer, Co-op und Harrods sowie im September 2023 mit Einbrüchen in Kasinos in Las Vegas.
“Diese Netzwerke nehmen gezielt Kinder in genau den digitalen Räumen ins Visier, in denen sie sich am wohlsten fühlen”, sagte Anna Sjöberg, Leiterin des Europäischen Zentrums zur Terrorismusbekämpfung bei Europol. “Project Compass erlaubt es uns, früher einzugreifen, Opfer zu schützen und diejenigen zu stören, die Verwundbarkeit für extremistische Zwecke ausnutzen. Kein Land kann dieser Bedrohung allein begegnen – durch diese Zusammenarbeit schließen wir die Lücken, in denen sie sich zu verstecken versuchen.”
Die im Januar 2025 gestartete Operation lief über ein Jahr und vereinte Strafverfolgungsbehörden aus 28 Ländern. Insgesamt identifizierten die Ermittler 179 Verdächtige und 62 Opfer; vier Opfer wurden unmittelbar vor Angriffen der Gruppe geschützt.
