Sicherheitsempfehlungen verwandeln sich schnell in endlose Listen aus Einstellungen, Produkten, Richtlinien und empfohlenen Kontrollen. Für Organisationen, die schnell wachsen, ist das ein praktisches Problem: Die Mittel, jede denkbare Verteidigungsmaßnahme einzuführen und dauerhaft zu pflegen, stehen in der Regel nicht zur Verfügung. Das Webinar setzt deshalb an der Priorisierung an statt an der Vollständigkeit.
Rajan Kapoor von Material Security und Rick Fitzgerald von Fireside Consulting LLC gehen dafür von realen, öffentlich dokumentierten Vorfällen aus. Im Mittelpunkt stehen zwei Angriffe, in denen die Täter Social Engineering mit bösartigen OAuth-Anwendungen verbanden, um sich Zugang zu Google-Workspace-Umgebungen zu verschaffen.
An diesen Fällen lässt sich nach Darstellung der Veranstalter mehr zeigen als an theoretischen Risikomodellen: An welcher Stelle die Verteidigung versagte, welche übersehenen Schwachstellen Nutzer und Daten offenlegten und was die betroffenen Organisationen anders hätten machen können.
Ein zweiter Schwerpunkt liegt auf der Reaktion. Die Referenten betrachten, was in den entscheidenden ersten Stunden nach der Entdeckung der Einbrüche geschah – und welche Entscheidungen den Schaden begrenzten beziehungsweise ihn möglicherweise sogar vergrößerten.
Für kleine Sicherheitsteams, so der Ansatz der Veranstaltung, besteht das Ziel nicht darin, sämtliche verfügbaren Kontrollen umzusetzen. Es geht darum, zu verstehen, wo die größten Risiken liegen, und Verbesserungen nach Aufwand und erwarteter Wirkung zu ordnen.
Dazu gehört auch die Frage, welche Maßnahmen überschätzt werden. Die beiden Sprecher wollen offenlegen, was sie anders bauen würden, wenn sie ein Google-Workspace-Sicherheitsprogramm von Null an entwerfen könnten – gedacht als Raster, an dem Teilnehmer die eigenen Prioritäten prüfen können.
Die Veranstaltung findet am 23. September 2026 statt und wird von BleepingComputer gemeinsam mit Material Security ausgerichtet. Teilnehmer sollen mit einer praxisnahen Einschätzung darüber herausgehen, welche Kontrollen und Reaktionsmaßnahmen beim Schutz von Google-Workspace-Umgebungen am meisten Gewicht haben.
