In Argentinien eröffnete die Regierung eine Untersuchung gegen eine Frau namens Antonia Doroganova, die Einnahmen nordkoreanischer IT-Arbeiter über verschiedene Zahlungskonten gewaschen haben soll. Argentinien fror zudem Vermögenswerte ein und ergriff weitere Maßnahmen im Zusammenhang mit ihrem mutmaßlichen Handeln.
In Pakistan wurde ein Verfahren gegen Syeda Aliya Batool Zaidi eröffnet, der vorgeworfen wird, nordkoreanischen IT-Kräften gefälschte Ausweisdokumente beschafft zu haben. Die pakistanische Federal Investigation Agency ermittelt neben Zaidi gegen zwei weitere Personen, Syed Sohail Mehdi und Syed Kazim, die Nordkoreanern IT-Tätigkeiten im Land ermöglicht haben sollen. Bereits im Januar hatten US-Vertreter erklärt, Argentinien habe mehrere Maßnahmen ergriffen und Pakistan eine Person wegen Unterstützung nordkoreanischer IT-Arbeit festgenommen.
Mehrere Unternehmen und Personen in Vietnam und Laos, die zuvor von UN-Ermittlern identifiziert worden waren, belegten die USA im März mit Sanktionen. Sie hatten Nordkoreanern unter anderem geholfen, lokale Bankkonten zu eröffnen und Einnahmen zu waschen. Laos bestätigte dem MSMT im Juli, dass 19 der im Oktober-Bericht genannten Nordkoreaner zwischen 2018 und 2019 eingereist und bis 2025 alle wieder ausgereist seien; die Existenz mehrerer vom MSMT gelisteter Firmen bestritt die Regierung. Zugleich richtete Laos nach eigenen Angaben einen nationalen Ausschuss ein, um das IT-Arbeiter-System zu untersuchen und UN-Vorgaben umzusetzen.
In China geriet das System zuletzt unter Druck. Laut MSMT stehen die IT-Kräfte unter „strengerer und verstärkter Überwachung durch die chinesischen Behörden", mehrere Berichte über Festnahmen wegen mutmaßlicher Spionage tauchten auf. „Insbesondere wurde im April 2025 ein nach China entsandter nordkoreanischer IT-Arbeiter Berichten zufolge von chinesischen Sicherheitsbehörden festgenommen, weil er chinesische Militärgeheimnisse gestohlen haben soll", so die Ermittler. Die verschärfte Überwachung habe Nordkoreas Fähigkeit eingeschränkt, neue Gruppen von IT-Arbeitern zu entsenden; seit Juli 2025 hätten sie Schwierigkeiten bei der Einreise nach China.
Als Reaktion mietete ein nordkoreanisches Unternehmen ein Gebäude in der Grenzstadt Sinuiju an, damit IT-Kräfte chinesisches Internet nutzen und Devisen verdienen können, ohne China zu betreten. Eine weitere nordkoreanische IT-Firma versuchte laut einem MSMT-Mitglied, über das chinesische Außenministerium Aufenthaltsgenehmigungen zu erhalten, indem sie Arbeiter als Angestellte einer Handelsfirma ausgab; andere Unternehmen schleusten Nordkoreaner als vermeintliche Textilarbeiter ein. In Laos wurden IT-Arbeiter wegen behördlicher Überwachung aus der Hauptstadt Vientiane in die Provinzstadt Vang Vieng verlegt.
Mehrere UN-Resolutionen verpflichteten die Mitgliedsstaaten, alle nordkoreanischen Staatsbürger bis 2019 zurückzuschicken, und untersagten ihnen Einkünfte im Ausland. Dennoch beherbergen laut MSMT mindestens 17 Länder rund 100.000 Nordkoreaner, die überwiegende Mehrheit in China und Russland. Geschätzt 20.000 bis 70.000 sind in China im Einsatz, bis zu 30.000 in Russland – in Fertigung, Landwirtschaft und militärischer Industrieproduktion. Bis zu 90 Prozent ihrer Einkünfte werden dem Bericht zufolge von nordkoreanischen Funktionären einbehalten. Weitere Arbeitskräfte fand das MSMT in Kambodscha, der Mongolei, Kirgisistan, Kamerun, Äquatorialguinea, Guinea, Mosambik, Niger, Nigeria, Senegal, Tansania, Uganda und Simbabwe.
Lara Strangways, Sprecherin von Global Rights Compliance, deren Organisation Aussagen nordkoreanischer Arbeiter an das MSMT lieferte, erklärte, das Problem müsse dringend angegangen werden, da Umfang und Reichweite staatlich getragener Zwangsarbeit durch Nordkoreas wachsenden Devisenbedarf zunähmen. Die vermittelnden Arbeitsmakler und die profitierenden Unternehmen müssten identifiziert und sanktioniert werden.
