Die CISA hat drei Schwachstellen im Linux-Kernel in ihren KEV-Katalog eingetragen. Aufgenommen werden dort ausschließlich Lücken, für die der Behörde Belege für eine tatsächliche Ausnutzung in freier Wildbahn vorliegen.

Öffentlich zugängliche Informationen zum Angriffsvorgehen gibt es bislang nicht. Unklar bleibt insbesondere, ob die drei Schwachstellen unabhängig voneinander missbraucht werden oder ob Angreifer sie zu einer gemeinsamen Kette kombinieren.

Red Hat hat die zugehörigen Sicherheitshinweise aktualisiert – nach Angabe des Herstellers mit Stand vom 19. September 2026, 2 Uhr UTC – und darin die aktive Ausnutzung bestätigt. In den Advisories heißt es: „Diese CVE ist hochriskant, und es sind öffentliche Exploits bekannt, die diese Schwachstelle ausnutzen." Weiter empfiehlt Red Hat, die Schwachstelle mit hoher Priorität zu behandeln.

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Für die Bundesbehörden der US-Zivilverwaltung ergibt sich daraus eine verbindliche Frist. Nach der Binding Operational Directive 26-04, die Sicherheitsupdates nach Risiko priorisiert, sollen FCEB-Einrichtungen die notwendigen Korrekturen bis zum 21. September 2026 anwenden. Die Aufnahme in den KEV-Katalog gilt darüber hinaus auch außerhalb der US-Verwaltung als Indikator für dringenden Handlungsbedarf, da sie nicht auf theoretischer Bewertung, sondern auf beobachteter Ausnutzung beruht.

Zeitgleich rückt der Linux-Kernel durch weitere Veröffentlichungen in den Fokus: Der Sicherheitsforscher Asim Manizada hat vier Schwachstellen offengelegt, die jeweils eine lokale Rechteausweitung erlauben. Es handelt sich um CVE-2026-80844, die unter dem Namen DirtyAH6 geführt wird, CVE-2026-81000 alias TUNderflow, CVE-2026-68121 alias PPPoEject sowie CVE-2026-74469 alias DiagSpill.

Lokale Rechteausweitungen setzen voraus, dass ein Angreifer bereits über einen Zugang auf dem betroffenen System verfügt; sie erlauben dann, aus einem eingeschränkten Kontext heraus höhere Berechtigungen zu erlangen. Ein Zusammenhang zwischen diesen vier von Manizada beschriebenen Lücken und den drei von der CISA gelisteten, aktiv ausgenutzten Schwachstellen geht aus den vorliegenden Angaben nicht hervor.