Mit dem Ende des Stealth-Modus legt TigerByte Cyber zugleich Zahlen auf den Tisch: 3 Millionen Dollar Seed-Kapital unter Führung von Hale Capital Partners, ergänzt durch Tenon VC, sowie bereits abgeschlossene Verträge mit US-Behörden im Umfang von über 7 Millionen Dollar.
Das Unternehmen aus Hanover in New Hampshire adressiert ein Feld, das in klassischen Sicherheitsarchitekturen häufig außen vor bleibt: Edge-Geräte und Altsysteme, die im Feld arbeiten und dort nur über begrenzte Schutzmechanismen verfügen. Ziel ist es, solchen Systemen zeitgemäße Sicherheitsfunktionen nachzurüsten, ohne sie vollständig ersetzen zu müssen.
Das zentrale Produkt trägt den Namen Cyber Protection Suite (CPS). Dabei handelt es sich nach Unternehmensangaben um eine besonders kompakte Plug-and-play-Lösung, deren Sicherheitsfunktionen in Hardware verankert sind. Zum Funktionsumfang zählen Datenvalidierung, Deep Packet Inspection, Netzwerksegmentierung und post-quantensichere Verschlüsselung.
Die technologische Grundlage stammt offenbar von WebSensing. Das 2016 gegründete Unternehmen hatte sich auf Netzwerksicherheitsprodukte spezialisiert, die auf einem einzelnen Chip realisiert werden. Sowohl Produkte als auch Personal scheinen unter der neuen Marke TigerByte Cyber weitergeführt zu werden.
Die Auftragslage weist deutlich in Richtung Verteidigung und Raumfahrt: Zu den Kunden zählen die US Space Force, die US Navy und die DARPA. Genau dorthin zielt auch die geplante Verwendung der Mittel. TigerByte Cyber will seine Technologie so weit skalieren, dass sich Kommunikations- und Navigationssysteme in militärischen und kommerziellen Flugzeugen, Drohnen, Satelliten und Fahrzeugen damit modernisieren lassen. Ein zweiter Teil der Investition fließt in den Ausbau der eigenen Fertigung in den USA.
CEO Sage Secilmis beschreibt den Ansatz als Übertragung bekannter Prinzipien in eine andere Umgebung: „Wir haben TigerByte Cyber gegründet, um die Prinzipien moderner Cloud-Sicherheit an den Rand des Netzes zu bringen – dorthin, wo geschäftskritische Systeme mit begrenztem Schutz und ohne Spielraum für Fehler arbeiten."
Zur technischen Herkunft der einzelnen Bausteine wird Secilmis konkreter: „Indem wir mehrere von der DARPA entwickelte Technologien kombinieren – etwa post-quantensichere Verschlüsselung, Datenvalidierung und formales Parsing –, schaffen wir eine neue Grundlage für autonome, widerstandsfähige Systeme, die mit vollem Vertrauen arbeiten, die Integrität ihrer Daten wahren und ohne Unterbrechung sicher bleiben können."
