Ein georgischer Mann steht vor Gericht, weil er hochkarätigen amerikanischen Sportlern wiederholt zum Opfer gefallen sein soll. Kwamaine Jerell Ford wurde am Freitag vor einem Atlanta-Gericht vorgeführt und pleadierte auf nicht schuldig bezüglich dutzender Anklagepunkte, darunter Wire Fraud, Computer Fraud, Identitätsdiebstahl und Sexhandel. Ein Richter ordnete an, dass Ford ohne Kaution in Haft bleibt.
Besonders perfide: Fords kriminelle Methode kombinierte Social Engineering mit technischem Hacking. Er gab sich gegenüber den Athleten als bekannte Pornografie-Schauspielerin aus und bot ihnen explizite Videos an. Wenig später kontaktierte er dieselben Opfer erneut, diesmal im Gewand eines Apple-Kundenservice-Mitarbeiters, und forderte sie auf, ihre Benutzernamen, Passwörter und Zwei-Faktor-Authentifizierungscodes preiszugeben.
Nachdem Ford so Zugriff auf die Apple-Konten erlangt hatte, missbrauchte er die hinterlegten Kredit- und Debitkarten der Opfer. Über mehr als 2.000 Transaktionen transferierte er Tausende Dollar auf seine Konten, tätigte Direktüberweisungen und bestellte Essen über DoorDash.
Die Anklage offenbart noch dunklere Aspekte des Falls: Ford soll eine unerfahrene Darstellerin zur Prostitution gezwungen und sie mit Profisportlern zusammengebracht haben – unter dem Vorwand, ihre Karriere fördern zu wollen. Besonders verstörend ist, dass Ford angeblich versteckte Kameras in den Häusern seiner Opfer installiert hatte und Videoaufnahmen sexueller Handlungen machte, ohne Einwilligung der beteiligten Personen.
Dieser Fall erhält zusätzliches Gewicht durch Fords Vorgeschichte: 2019 war er bereits wegen ähnlicher Phishing-Angriffe verurteilt worden und hatte drei Jahre Freiheitsstrafe erhalten. Doch aufgrund der COVID-19-Pandemie wurde er im September 2020 unter elektronischer Fußfessel aus dem Gefängnis entlassen. Laut Ermittlern begann Ford bereits zwei Tage nach seiner Rückkehr nach Hause mit neuen Phishing-Angriffen gegen Profisportler.
US-Attorney Theodore Hertzberg kommentierte: “Während Ford Zeit absaß für das Stehlen von Kreditkartendaten von Sportlern und Prominenten, führte er denselben Betrug erneut durch und eskalierte sogar noch weiter.” Die Anklage nennt insgesamt mehr als 14 Anklagepunkte, darunter Cyberbetrug, Identitätsdiebstahl und Menschenhandel.
Die Anwälte der Anklage argumentierten erfolgreich, dass Ford zu gefährlich ist, um auf Kaution freigelassen zu werden. Sie wiesen darauf hin, dass Probeauflagen nicht ausreichen würden, um elektronische Geräte zu überwachen, und dass es praktisch unmöglich wäre, Ford am Internetzugang zu hindern.
