Microsoft hat in einer Servicemeldung eingeräumt, dass der Dateiversionsverlauf nach der Installation der Windows-Sicherheitsupdates vom September 2026 auf manchen Geräten versagt. „Nach der Installation des Windows-Sicherheitsupdates vom September 2026 (der oben aufgeführten ursprünglichen KBs) können einige Kunden, die den Dateiversionsverlauf nutzen, möglicherweise keine Backups mehr erstellen oder aktualisieren", heißt es darin. Die Funktion ist über Systemsteuerung > System und Sicherheit > Dateiversionsverlauf erreichbar und sichert Dateien auf ein externes Laufwerk oder einen Netzwerkspeicherort.
Als eindeutiges Erkennungsmerkmal nennt Microsoft Einträge in der Ereignisanzeige: Dort tauchen Anwendungsabstürze auf, die auf FileHistory.exe und KERNELBASE.dll verweisen.
Daneben zeigt Windows auf betroffenen Systemen mitunter fälschlich die Aufforderung „Verbinden Sie Ihr Laufwerk erneut" an – selbst dann, wenn ein kompatibles Sicherungslaufwerk angeschlossen ist und einwandfrei funktioniert. Weitere Symptome: Der Zeitstempel der letzten Sicherung wird nicht mehr aktualisiert, und für bereits gesicherte Dateien meldet das System „Keine frühere Version verfügbar".
Die Liste der betroffenen Windows-Ausgaben ist lang. Sie umfasst Windows 10 ab Version 21H2, die Langzeitausgaben Windows 10 Enterprise LTSC 2016 und 2019 sowie Windows 11 ab 23H2. Aufmerksam auf das Problem wurde zuerst Microsoft-MVP Susan Bradley; die Servicemeldung selbst konnte BleepingComputer einsehen.
Der Dateiversionsverlauf ist die ältere der beiden Sicherungsfunktionen in Windows. Mit Windows 8 eingeführt, wurde er später durch Windows Backup ersetzt, das Daten in OneDrive ablegt. Sein Zweck ist die Wiederherstellung einzelner Dateien: Wer ein Dokument versehentlich löscht oder beschädigt, kann auf eine Fassung von vor Stunden, Tagen oder Wochen zurückgreifen. Standardmäßig erfasst die Funktion alle Ordner des Benutzerprofils, also Dokumente, Musik, Bilder, Videos und Desktop, und schreibt sie auf eine externe Festplatte, einen USB-Stick oder ein NAS.
Damit reiht sich der Ausfall in eine ganze Serie von Störungen ein, die auf die kumulativen Updates dieses Monats zurückgehen und sowohl Privatanwender als auch Unternehmen treffen. Vor einer Woche hatte Microsoft außerplanmäßige Updates veröffentlicht, um Ausfälle der Remotedesktopdienste, Probleme mit Hyper-V und Störungen bei USB-Audio zu beheben, die durch die Sicherheitsupdates ausgelöst worden waren.
Vollständig gelöst ist damit allerdings nicht alles: Microsoft bestätigte, dass die Notfall-Updates nicht sämtliche Audioprobleme aus den September-Updates beseitigen, und arbeitet nach eigenen Angaben weiter an einer Korrektur. Für einen weiteren, davon getrennten Fehler, der manche Windows-11-Nutzer trotz gültiger Domänenanmeldedaten an der Anmeldung hindert, hat der Konzern einen vorläufigen Workaround veröffentlicht.
Eine Lösung für den Dateiversionsverlauf hat Microsoft bislang nicht genannt.
