Zwei private Wasserversorger in Colorado sind Ziel von Cyberangriffen auf ihre Betriebstechnik geworden. Nach Darstellung eines Sprechers von Gouverneur Jared Polis, den The Denver Post zitiert, änderten die Angreifer Geräteeinstellungen, schalteten Fernzugriff und Alarme ab und veränderten Pumpzyklen. Offenbar ging es darum, Störungen hervorzurufen. Die Beeinträchtigungen fielen allerdings kurz aus und wirkten sich weder auf die Wasserversorgung noch auf die öffentliche Sicherheit aus.

Öffentlich verfügbare technische Details sind spärlich. Klar ist lediglich, dass die Angriffe sich gegen industrielle Steuerungssysteme (ICS) richteten. Beide Versorger sind sehr klein: Sie beliefern jeweils weniger als 200 Personen.

Wer hinter den Angriffen steckt, hat das Büro des Gouverneurs nicht mitgeteilt. Auch die Namen der betroffenen Betreiber blieben unter Verschluss. In der Stellungnahme ist nur allgemein von „ausländischen Akteuren" die Rede. „Wir können nicht bestätigen, welche ausländischen Akteure beteiligt gewesen sein könnten, aber uns sind laufende Aktivitäten einer vom Iran unterstützten Gruppe im ganzen Land bekannt, die auf den Zugang zu Trinkwasser- und Abwassersystemen abzielen — entsprechend den Angaben der Cybersecurity and Infrastructure Security Agency", erklärte der Sprecher.

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Trotz dieses Hinweises ist nicht belegt, dass die Vorfälle in Colorado Teil jener Kampagne sind, die im Juli den US-Wassersektor in mindestens einem Dutzend Bundesstaaten getroffen hat. Eine vollständige Liste der betroffenen Betreiber haben die Bundesbehörden nicht veröffentlicht. Bestätigt sind Ziele in Minnesota, Michigan, Georgia, South Dakota, New Jersey, Wisconsin und Alabama.

Die CISA hat den Wassersektor angesichts dieser Angriffe aufgefordert, die Betriebstechnik abzusichern. Nach Angaben der Behörde sind ihr rund 100 aus dem Internet erreichbare Wassersysteme bekannt, die im Juli angegriffen wurden.

Die unabhängige Sicherheitsgruppe Infracritical hat ein zentrales Verzeichnis aufgebaut, in dem technische Indikatoren und Betriebsdaten aus den jüngsten Vorfällen im Wassersektor zusammengeführt werden.