In der Klageschrift warf LinkedIn den Unternehmen vor, ein gewaltiges Netz gefälschter Konten aufgebaut zu haben – die Rede ist von Millionen –, über das die Plattform dauerhaft ausgelesen wurde. Abgegriffen wurden demnach Angaben zu Mitgliedern, Unternehmen und Bildungseinrichtungen ebenso wie Reaktionen, Kommentare und Beiträge einzelner Nutzer.
Nach Darstellung von LinkedIn erkannte und sperrte das Unternehmen die Scheinkonten in der Regel schon wenige Stunden nach ihrer Erstellung. Doch selbst dieses kurze Zeitfenster habe ausgereicht, um Hunderte Profile auszulesen. Da die Softwarefirmen laut Klageschrift täglich Hunderte oder sogar Tausende neuer Konten angelegt hätten, sei es der Plattform unmöglich gewesen, das Abgreifen zu unterbinden.
ProAPIs, das sich selbst als „Datenpipeline-Plattform“ bezeichnet, äußerte sich auf der eigenen Website zu dem Vergleich und stellte klar, man biete keine Werkzeuge zum Scraping von LinkedIn an. „ProAPIs hat einem Anerkenntnisurteil vor einem US-Bundesgericht zugestimmt, wonach das Unternehmen das Scraping von LinkedIn einstellt und LinkedIn auch künftig niemals scrapen wird“, heißt es in dem Beitrag.
Das Auslesen von Nutzerprofilen beschäftigt das Netzwerk seit Langem. Vor fünf Monaten hatte Wight in einem LinkedIn-Beitrag bereits einen juristischen Erfolg gegen ein anderes Unternehmen verkündet, das nach Darstellung von LinkedIn eine Browser-Erweiterung verbreitete, mit der Nutzerdaten ohne Einwilligung abgegriffen wurden.
