Der Vorschlag für einen Meldemechanismus bei KI-Zwischenfällen mit Bezug zur nationalen Sicherheit kam bei Gesprächen zwischen US-Finanzminister Scott Bessent und dem chinesischen Vizepremier He Lifeng in New York auf. Bessent äußerte sich am Sonntag vor Journalisten und ordnete die Initiative als Schritt hin zu mehr Transparenz zwischen den beiden führenden KI-Mächten ein.
„Wir wollen eine gemeinsame Sicht auf gemeinsame Ziele und gemeinsame Bedrohungen", sagte Bessent. Der Weg von der Undurchsichtigkeit zu mehr Transparenz zwischen der Nummer eins und der Nummer zwei der KI-Welt sei sehr wichtig – wie bei jeder grenzüberschreitenden Aktivität.
Die Gespräche dienten der Vorbereitung eines Treffens zwischen Donald Trump und Xi Jinping, das am Donnerstag im Weißen Haus angesetzt ist. In der Lobby der JPMorgan-Chase-Zentrale erklärten Bessent und US-Handelsbeauftragter Jamieson Greer am späten Sonntagabend, die Grundlagen dafür seien gelegt. Beide Seiten hätten sich darauf verständigt, ein neues „Board of Trade" operativ umzusetzen, das die beiden Staatschefs bei ihrem Treffen in Peking im Mai erörtert hatten. „Heute sind diese Vorstellungen Wirklichkeit geworden", sagte Greer.
In der Handelsfrage laufen die Verhandlungen laut Greer noch darüber, welche „nicht sensiblen" Güter für niedrigere Zölle infrage kommen könnten. Denkbar seien unter anderem Konsum- und Agrargüter, Energieprodukte und Medizintechnik.
Die chinesische Staatsagentur Xinhua berichtete, Bessent und der Vizepremier hätten über Themen „mit Bezug zu KI" gesprochen, ohne Einzelheiten zu nennen. Zu den zentralen Wirtschafts- und Handelsfragen habe es „offene, tiefgehende und konstruktive" Gespräche gegeben.
George Chen, Partner und Leiter des Bereichs Digitales bei der Beratung The Asia Group, bewertete das Ergebnis in schriftlichen Anmerkungen als bedeutsam: „Die Tatsache, dass beide Seiten vereinbart haben, den Dialog fortzusetzen, ist von Bedeutung." Das erste Ergebnis – ein Mechanismus zur Meldung von KI-Risiken – setze einen Präzedenzfall, dem andere Länder folgen könnten.
Trump hatte sich zuvor Forderungen entgegengestellt, die Entwicklung künstlicher Intelligenz zu drosseln. Eine Verlangsamung, so seine Begründung, würde China dabei helfen, den Rückstand auf US-Unternehmen aufzuholen. Ob und in welcher Form der vorgeschlagene Benachrichtigungsmechanismus zustande kommt, blieb nach den Gesprächen offen.
