Der Datenschutzbeauftragte Kanadas, Philippe Dufresne, geht dem Datenabfluss beim US-Identitätsprüfer IDScan.net nach. Auslöser sind Berichte, denen zufolge ein Angreifer Datenbanken des Unternehmens kompromittierte und dabei personenbezogene Daten sowie Führerschein-Scans von 153 Millionen Menschen erbeutete.
IDScan.net gehört zu den in der Wirtschaft verbreiteten Anbietern für die Prüfung amtlicher Ausweise. Besonders stark ist die Technik im Einzelhandel und im Gastgewerbe vertreten, wo Ausweise etwa zur Alters- oder Identitätskontrolle eingelesen werden.
Die Aufsichtsbehörde kündigte die Untersuchung am Montag per Pressemitteilung an. Im Fokus stehen zwei Punkte: die Sicherheitsvorkehrungen des Unternehmens sowie die Frage, ob die Information der Betroffenen den Vorgaben des kanadischen Datenschutzgesetzes für den privaten Sektor entsprach.
Das Unternehmen selbst hatte sich am 4. September zu Wort gemeldet und eingeräumt, dass Angreifer Nutzerdaten aus seiner Cloud-Plattform erlangt hätten. Eine Zahl betroffener Kunden nannte IDScan.net dabei nicht. Zu diesem Zeitpunkt kursierten bereits mehrere Berichte, wonach der Vorfall Führerscheine von zig Millionen Menschen offengelegt habe.
Von dem Einbruch erfuhr IDScan.net nach eigenen Angaben am oder um den 1. September — wenige Stunden, nachdem der Journalist Brian Krebs öffentlich gemacht hatte, dass die Scans im Darknet zum Verkauf angeboten wurden.
Auf eine Anfrage um Stellungnahme antwortete das Unternehmen nicht. Die Untersuchung der kanadischen Aufsichtsbehörde dauert an.
