Das US-Justizministerium erklärte im Juli, Vardanyan und seine Mittäter hätten sich unbefugt Zugang zu den Computernetzwerken der geschädigten Unternehmen verschafft und „Ransomware auf Hunderten kompromittierter Server und Arbeitsplatzrechner ausgerollt". Der Beschuldigte und seine Mitverschwörer sollen demnach rund 1.610 Bitcoin an Lösegeldzahlungen von den betroffenen Unternehmen erhalten haben – zum Zeitpunkt der Zahlungen ein Gegenwert von über 15 Millionen US-Dollar.

Vardanyans Rolle innerhalb der Gruppe bestand darin, den ersten Zugang zu Unternehmensnetzen herzustellen. Die eigentliche Verschlüsselung folgte anschließend. Die in den Gerichtsunterlagen genannten Angriffe erstrecken sich über einen Zeitraum von rund fünfzehn Monaten, von März 2019 bis etwa Juni 2020.

Besonders deutlich wird das Ausmaß am Fall des Unternehmens in Michigan: Es überwies 200 Bitcoin, nach damaligem Kurs über 1,1 Millionen US-Dollar. Zu den weiteren Zielen zählten laut Anklage eine Schule in Texas und ein Technologieunternehmen in Wilsonville, Oregon – ein Hinweis darauf, dass die Gruppe keine Branchenbeschränkung kannte.

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Ryuk selbst war eine Ransomware-as-a-Service-Operation, die zwischen August 2018 und Mitte 2020 aktiv war. Bekannt wurde die Gruppe vor allem durch eine großangelegte Angriffswelle gegen das Gesundheitswesen während der COVID-19-Pandemie. Auf dem Höhepunkt ihrer Aktivität kompromittierte die Gruppe etwa 20 Opfer pro Woche und nahm insgesamt mehr als 150 Millionen US-Dollar an Lösegeldern ein.

Nach der Einstellung von Ryuk im Jahr 2020 wechselte die dahinterstehende Cybercrime-Gruppe Wizard Spider zu Conti. Diese Operation entwickelte sich rasch zu einer der produktivsten Erpressergruppen überhaupt. Auch Conti löste sich jedoch 2022 auf, nachdem im Mai desselben Jahres interne Chatprotokolle und der Quellcode der Schadsoftware durchgesickert waren.

Aus den Überresten von Conti gingen mehrere kleinere Einheiten hervor. Ein Teil der Beteiligten schloss sich bestehenden Ransomware-Gruppen an, andere starteten eigene Operationen – eine Fragmentierung, die die Nachverfolgung einzelner Täter zusätzlich erschwert.