Mit Chrome 154 hat Google eine der umfangreicheren Sicherheitsaktualisierungen der vergangenen Zeit veröffentlicht: 108 Schwachstellen wurden im Stable-Kanal behoben, elf davon mit der Einstufung „kritisch".
Der Schwerpunkt der kritischen Fehler liegt eindeutig bei Speicherproblemen. Google nennt vier Pufferüberläufe — drei in der Grafikabstraktionsschicht ANGLE, einer in WebGL — sowie drei Schreibzugriffe außerhalb der vorgesehenen Speichergrenzen, zwei davon in der GPU-Komponente und einer erneut in WebGL. Hinzu kommen Use-after-free-Fehler in ServiceWorker, Fullscreen, WindowDialog und AdFilter.
Neun dieser elf kritischen Schwachstellen gehen auf Meldungen externer Sicherheitsforscher zurück. Insgesamt wurden 32 der nun geschlossenen Lücken von außen gemeldet, die übrigen fand Google selbst.
Bei den Prämien bleibt vorerst offen, wie viel Google am Ende ausschüttet. Bislang wurden nach Unternehmensangaben 18.000 US-Dollar an die meldenden Forscher vergeben; für den Großteil der extern gemeldeten Fehler stehen die Beträge noch aus, sodass die Gesamtsumme deutlich steigen dürfte.
Unterhalb der kritischen Stufe listet Google 25 Schwachstellen mit hohem Schweregrad. Darunter befinden sich ein Dutzend Use-after-free-Fehler sowie mehrere Fälle von Typverwechslung (Type Confusion), nicht initialisierten Ressourcen und Pufferüberläufen. Ebenfalls behoben wurden hoch eingestufte Probleme durch fehlende oder fehlerhafte Autorisierung, Fehlinterpretationen in der Benutzeroberfläche, unsaubere Ausgabekodierung, eine Race Condition und ein Out-of-Bounds-Schreibzugriff.
Die verbleibenden Korrekturen betreffen Schwachstellen mittleren und niedrigen Schweregrads. Sie reichen von Autorisierungs- und Eingabevalidierungsfehlern über irreführende Darstellungen in der Oberfläche bis zu Speicherbeschädigungen, Informationslecks und weiteren Speichersicherheitsproblemen.
Angaben zu einer Ausnutzung der Lücken in freier Wildbahn macht Google nicht. Dennoch rät das Unternehmen dazu, den Browser so schnell wie möglich zu aktualisieren. Die Auslieferung erfolgt als Version 154.0.8037.57 beziehungsweise .58 für Windows und macOS sowie als Version 154.0.8037.57 für Linux.
