Kontext Security ist mit einer Finanzierung von 4 Millionen Dollar aus dem Verborgenen getreten. Die Runde wurde von 42CAP angeführt, weitere Mittel kamen von a16z CSX und HTGF. Das Unternehmen mit Sitz in München wurde von Jens Ernstberger und Michel Osswald gegründet; Ernstberger ist als CEO tätig.
Das Produkt ist eine Plattform zur Durchsetzung von Sicherheitsrichtlinien zur Laufzeit. Sie wird zwischen KI-Agenten und den von ihnen genutzten Systemen und Werkzeugen positioniert und prüft dort jede Aktion in Echtzeit gegen hinterlegte Richtlinien und Risiken.
In die Entscheidung fließen laut Anbieter vier Faktoren ein: die Identität des Agenten, die ihm zugewiesene Aufgabe, die Zielressource und die konkret angeforderte Aktion. Auf dieser Grundlage soll die Plattform Organisationen zeigen, wie sich die in ihrer Umgebung laufenden Agenten tatsächlich verhalten, und ihnen erlauben, dieses Verhalten über durchgesetzte Richtlinien zu steuern.
Der Einstieg ist zweistufig gedacht. Zunächst lässt sich die Lösung im reinen Beobachtungsmodus betreiben: Unternehmen erfassen das Verhalten der Agenten, identifizieren Risiken und sehen, welche Entscheidungen eine Richtliniendurchsetzung getroffen hätte. Erst danach wird die Durchsetzung eingeschaltet, sodass nicht autorisierte Aktionen abgelehnt werden.
Zusätzlich protokolliert die Plattform das Verhalten jedes Agenten sowie die von Kontext getroffenen Entscheidungen samt zugehörigem Kontext, sodass Handlungen im Nachhinein nachvollziehbar bleiben.
Ernstberger begründet den Ansatz mit einer Lücke in bestehenden Sicherheitsmodellen: „Ein KI-Agent kann ordnungsgemäß authentifiziert sein, ein freigegebenes Werkzeug verwenden – und trotzdem eine Aktion ausführen, die niemand autorisiert hat.“ In dem Maße, in dem Agenten nicht mehr nur Text erzeugten, sondern Software bedienten, brauchten Unternehmen einen Kontrollpunkt genau im Moment der Handlung. Kontext verbinde Identität mit Aufgabenkontext und Richtlinie, um vorab zu entscheiden, was ein Agent tun dürfe.
Das eingesammelte Kapital will das Start-up nach eigenen Angaben in den Ausbau des Engineering-Teams und die Weiterentwicklung der Plattform investieren.
