Rydox war fast ein Jahrzehnt lang aktiv, Kutleshi war an dessen Betrieb maßgeblich beteiligt. Über die Plattform wurden nach Darstellung der Ermittler mehr als 7.600 Transaktionen abgewickelt, die 232.000 Dollar einbrachten. Rund 18.000 registrierte Nutzer kauften dort unter anderem Sozialversicherungsnummern sowie Anleitungen zum Aufbau von Betrugsseiten. Wer einkaufen wollte, musste zuvor eine Einzahlung leisten und freigeschaltet werden.

US-Staatsanwalt Troy Rivetti erklärte, die Brüder hätten „Hunderttausende Dollar mit dem Marktplatz verdient, auf dem Cyberkriminelle Informationen und Werkzeuge erwerben konnten, um ihre Online-Straftaten auszuführen und auszuweiten". Solche Taten verursachten nicht nur finanzielle Verluste, sondern auch anhaltende psychische Schäden bei den Opfern, die „sowohl Geld als auch Vertrauen in Institutionen und in die Infrastruktur des Online-Marktes" verlören.

Brett Leatherman, stellvertretender Leiter der Cyber Division des FBI, sagte, die Plattform habe praktisch jedem Zugriff auf große Mengen gestohlener Identitäten und Zugangsdaten von Tausenden Menschen verschafft.

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Leatherman verwies zudem auf die frühere Abschaltung der Seite: Im Dezember 2024 beschlagnahmten das FBI und weitere Strafverfolgungsbehörden die Domain Rydoc.cc, über die die Plattform betrieben wurde. Zeitgleich nahmen Ermittler im Kosovo Kutleshi fest.

An der Operation beteiligten sich auch Behörden in weiteren Ländern. In Albanien wurde eine weitere Person festgenommen, die am Betrieb von Rydox beteiligt gewesen sein soll. Die Polizei in Malaysia stellte mehrere Server sicher, die für den Betrieb der Seite genutzt wurden.