Rydox war nach Angaben der US-Ermittlungsbehörden über Jahre hinweg ein zentraler Umschlagplatz für gestohlene Daten. Laut Gerichtsunterlagen wickelten die Verkäufer der Plattform zwischen Februar 2016 und der Abschaltung im Jahr 2024 mehr als 7.600 Verkäufe von Zugangsdaten, Kreditkarteninformationen und persönlichen Daten ab — darunter Sozialversicherungsnummern, Namen und Anschriften Tausender US-Bürger.
Hinzu kamen mehr als 321.000 weitere Angebote, die als „Cyberkriminalitätsprodukte" geführt wurden: Geräte, Softwarewerkzeuge und Materialien zur Begehung von Straftaten im Netz. Registriert waren auf dem Marktplatz über 18.000 Nutzer.
Das Geschäftsmodell war straff organisiert. Käufer mussten ihre Konten zunächst mit Kryptowährung aufladen, bevor sie einkaufen konnten — akzeptiert wurden Bitcoin, Monero, Ripple, Ethereum, Litecoin, Perfect Money, Tron und Verge. Die Zahlungen flossen in eine von Rydox kontrollierte Wallet und konnten anschließend für den Erwerb illegaler Produkte, Dienste, Werkzeuge und Programme eingesetzt werden.
Wer selbst verkaufen wollte, zahlte eine einmalige Gebühr, die je nach Zeitpunkt zwischen 200 und 500 US-Dollar lag. Von jedem Verkauf gingen anschließend 60 Prozent an den Verkäufer, 40 Prozent behielt der Marktplatz ein.
Brett Leatherman, stellvertretender Direktor der Cyber Division des FBI, ordnete den Fall so ein: „Rydox stellte Werkzeuge für Cyberkriminalität und sensible Daten zum Verkauf, darunter die gestohlenen Identitäten und Zugangsdaten Tausender Menschen." Das FBI und seine ausländischen Partner hätten den Marktplatz abgeschaltet, und nun habe sich derjenige schuldig bekannt, der ihn geschaffen und betrieben habe.
Die Festnahmen im Dezember 2024 waren Teil einer gemeinsamen internationalen Aktion, bei der neben der Domain auch die in Kuala Lumpur betriebene Serverinfrastruktur beschlagnahmt wurde. Die beiden weiteren Administratoren Jetmir Kutleshi und Shpend Sokoli wurden zeitgleich mit Ardit Kutleshi festgesetzt.
Rydox reiht sich damit in eine Serie von Verfahren gegen Betreiber krimineller Online-Marktplätze ein. Seit Jahresbeginn wurde der Eigentümer des Darknet-Drogenmarktplatzes Incognito zu 30 Jahren Haft verurteilt; ein Mann aus Kalifornien, der über den Darknet-Marktplatz Nemesis Fentanyl und Methamphetamin verkauft hatte, erhielt mehr als 26 Jahre Haft in einem Bundesgefängnis.
