Die Ankündigung erfolgte laut Microsoft in einem vorab veröffentlichten Hinweis in dieser Woche. Darin stellt das Unternehmen klar, was „veraltet" in diesem Fall bedeutet: „Als veraltet eingestufte Produkte werden unterstützt, bis sie schließlich aus einer künftigen Betriebssystemversion entfernt werden."
Für bestehende Installationen zieht das keine unmittelbaren Folgen nach sich. „Obwohl WDS als veraltet gilt, funktioniert es auf allen derzeit unterstützten Windows-Server-Versionen entsprechend deren veröffentlichten Supportzyklen weiter. Diese Ankündigung ändert nichts an Verfügbarkeit oder Support von WDS auf diesen Releases", heißt es von Microsoft.
Die Abkündigung ist der Schlusspunkt eines längeren Rückbaus. Bereits 2021 entfernte Microsoft die Unterstützung für boot.wim, im Januar 2026 folgte die Abkündigung der unbeaufsichtigten Bereitstellung. Diese ist inzwischen standardmäßig deaktiviert – für alle Kunden, die die Windows-Updates vom April 2026 oder spätere installiert haben.
Parallel dazu hatte Microsoft den offiziellen Support für die Bereitstellung gewöhnlicher Desktop-Betriebssysteme über die native Setup-Engine ab Windows 11 eingestellt. WDS war damit faktisch auf zwei Aufgaben beschränkt: das Ausrollen von Windows Server sowie das Starten eigener Bereitstellungsumgebungen.
Nicht betroffen sind laut Microsoft Bereitstellungsprodukte anderer Anbieter sowie unabhängige PXE-Implementierungen, die nicht auf WDS aufsetzen. Auch die Betriebssystembereitstellung des Microsoft Configuration Manager bleibt erhalten. Allerdings schränkt das Unternehmen ein: „Beginnen Sie damit, Configuration-Manager-Umgebungen, die noch WDS-gestütztes PXE oder WDS-abhängiges Multicast verwenden, von diesen Abhängigkeiten zu lösen."
Administratoren, die ihre Netzwerkinstallationen bislang auf die mitgelieferte Serverrolle stützen, müssen ihre Bereitstellungsketten also auf zwei Ebenen prüfen: auf die WDS-Rolle selbst und auf indirekte Abhängigkeiten über PXE und Multicast in vorhandenen Configuration-Manager-Umgebungen. Microsoft verweist als Migrationsziel auf den Configuration Manager, dessen Bereitstellung von Windows-Images das Unternehmen als flexibler beschreibt.
