Der Fall Rydox findet vor einem US-Gericht seinen Abschluss: Ardit Kutleshi, 28 Jahre alt und Staatsangehöriger des Kosovo, hat sich schuldig bekannt, den gleichnamigen Cybercrime-Marktplatz geschaffen und administriert zu haben. Die Anklagepunkte lauteten auf Identitätsdiebstahl und Verschwörung zur Geldwäsche.

Festgenommen wurde Kutleshi im Dezember 2024, zusammen mit zwei weiteren Beschuldigten: Jetmir Kutleshi und Shpend Sokoli. Die Auslieferung an die Vereinigten Staaten erfolgte im vergangenen Jahr.

Parallel zu den Festnahmen wurde die Plattform selbst ausgeschaltet. Die US-Behörden erwirkten im Dezember 2024 eine richterliche Genehmigung, um die Domain www.Rydox.cc zu beschlagnahmen, über die der Marktplatz betrieben wurde. Auch die Server wurden sichergestellt, ebenso Kryptowährung im Gegenwert von etwa 225.000 Dollar.

Anzeige

Rydox funktionierte als Handelsplatz für digitale Diebesware. Laut den Gerichtsunterlagen konnten Kriminelle dort gestohlene personenbezogene Daten, entwendete Zahlungskartendaten, Zugangsdaten zu Konten sowie einschlägige Werkzeuge erwerben. Das Angebot umfasste demnach mindestens 321.372 Produkte — darunter Namen, Adressen, Anmeldedaten, Kreditkartendaten und Sozialversicherungsnummern, ergänzt um Phishing-Baukästen, Protokolle von Infostealern und Werkzeuge für den Versand von Spam.

Die Größenordnung des Betriebs lässt sich an den Nutzerzahlen ablesen: Zum Zeitpunkt der Abschaltung soll der Marktplatz rund 18.000 registrierte Nutzer gehabt haben. Zwischen 2016 und 2024 wurden über die Plattform mehr als 7.600 Transaktionen abgewickelt. Die Betreiber nahmen dabei nach Darstellung der Ermittler mindestens 232.000 Dollar ein.

Das Strafmaß steht noch aus. Die Verkündung ist für den 9. Februar 2027 terminiert. Für den schweren Identitätsdiebstahl sieht das Gesetz eine zwingende Freiheitsstrafe von zwei Jahren vor, für die Geldwäsche drohen bis zu 20 Jahre Haft.