Auf das Problem aufmerksam machte unter anderem Christian Van Hautte, der in Belgien einen IT-Dienstleister betreibt. Er berichtete BleepingComputer, dass sich am 24. September innerhalb von rund zehn Minuten fünf voneinander unabhängige Kunden bei ihm meldeten – betroffen waren organisationsübergreifend Dutzende PCs.

“Die betroffenen Installationen sind durchweg Office 2016 und Office 2019 Home & Business, also dauerhafte Einmalkauf-Lizenzen”, sagte Van Hautte. Der gemeinsame Nenner sei KB5002907, ein Update, das rund um den 23. September veröffentlicht wurde und eigentlich “veraltete Installationen von Microsoft 365 Apps” adressieren solle – es lande aber offenkundig auch auf dauerhaft lizenzierten Office-Installationen ohne Abonnement und zerstöre dort den Lizenzstatus.

Die erneute Eingabe des ursprünglichen Office-Produktschlüssels stellte die Aktivierung auf den betroffenen Systemen wieder her, so Van Hautte. Er wies zudem darauf hin, dass sich das Update trotz der Kennzeichnung als optional auf den Geräten seiner Kunden automatisch installiert habe.

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Später stellte er fest, dass KB5002907 die bestehende Office-Installation im Zuge des Updates offenbar entfernt und neu installiert beziehungsweise migriert. Auf Systemen, die Office-Komponenten unterschiedlicher Architektur kombinieren – etwa ein 32-Bit-Office 2016 oder 2019 neben einer 64-Bit-Version der Microsoft Access Runtime –, könne die Neuinstallation scheitern, weil das Office-Setup das Mischen von 32-Bit- und 64-Bit-Produkten nicht zulässt. In diesen Fällen werde die vorhandene Office-Suite zwar entfernt, aber nicht erfolgreich wieder eingerichtet, sodass das Gerät ganz ohne Office dasteht. Microsoft hat nicht bestätigt, dass gemischte Bit-Architekturen dieses Verhalten auslösen.

Parallel tauchten online weitere Berichte auf. Ein Reddit-Nutzer schilderte, dass mehrere Office-2019-Installationen plötzlich deaktiviert waren; die erneute Eingabe der Produktschlüssel habe zumindest auf einem Teil der Geräte geholfen. In einem Nachtrag ergänzte er, das Problem beschränke sich nicht auf Office 2019 und auf manchen Systemen sei eine Anmeldung mit einem Microsoft-Konto samt Auswahl der Lizenz nötig gewesen, statt nur den Schlüssel einzugeben. Ein Administrator berichtete von mehreren nicht miteinander verbundenen Kunden, bei denen Office vollständig deinstalliert worden war. “Meine Office-2019- und die Office-2016-Installation meines Vaters wurden über Nacht zerschossen … beide mit hundertprozentig legitimen, vor langer Zeit gekauften Schlüsseln”, schrieb ein weiterer Nutzer. Ähnliche Meldungen gab es in den Microsoft-Foren.

Microsoft hat inzwischen auch das Support-Bulletin zu KB5002907 angepasst: Das Unternehmen untersuche Berichte über “unerwartete Ergebnisse” auf einigen Geräten mit Office 2016 oder Office 2019 nach Installation des Updates und habe die Verteilung gestoppt, um weitere Geräte zu schützen.

Dabei unterscheidet Microsoft zwei Fehlerbilder: Erscheint Office als nicht lizenziert, sollen Kunden das erworbene Produkt erneut aktivieren. In den von Microsoft als “seltene Fälle” bezeichneten Situationen, in denen Office komplett entfernt wurde, verweist das Unternehmen auf den erneuten Download und die Neuinstallation der gekauften Office-2016- beziehungsweise -2019-Version.