Bitget hatte am Donnerstag sämtliche Auszahlungen ausgesetzt, nachdem die eigenen Sicherheitssysteme mehrere nicht autorisierte Überweisungen aus einer begrenzten Zahl von Wallets gemeldet hatten. Zunächst bezifferte die Börse den Schaden auf 351,6 Millionen Dollar, die aus Hot- und Warm-Wallets abgeflossen waren. Am Freitag korrigierte das Unternehmen die Summe auf 387,5 Millionen Dollar — Grundlage seien die jüngsten On-Chain-Verfolgungen und die Klassifizierung der Transaktionen.

Betroffen waren nach Angaben von Bitget-Chefin Gracy Chen die Netzwerke Ethereum, XRP Ledger, Arbitrum, Avalanche, Optimism, BSC und Base sowie eine Reihe von Vermögenswerten, darunter ETH, XRP, BNB, AVAX, USDT, USDC und weitere Token.

Chen macht nordkoreanische Angreifer für den Vorfall verantwortlich und stützt sich dabei auf On-Chain-Analysen und Muster im IP-Verhalten. Die Täter sollen ein kritisches Backend-System innerhalb der Wallet-Infrastruktur von Bitget kompromittiert und darüber Transaktionsdaten gefälscht haben. Dadurch lösten sie den regulären Autorisierungsprozess der Börse aus und bewegten Gelder aus den betroffenen Hot- und Warm-Wallets nach außen.

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“Die vorübergehende Aussetzung der Auszahlungen ist eine Sicherheitsmaßnahme und steht nicht im Zusammenhang mit der Verfügbarkeit der Nutzergelder”, teilte das Unternehmen mit. Die Kontostände der Nutzer blieben unberührt, der Schutzfonds von Bitget decke die finanziellen Folgen dieses plattformweiten Vorfalls ab. Der Vorfall sei eingedämmt, weitere unbefugte Transfers seien nicht mehr möglich; Handel und Einzahlungen liefen unverändert.

Parallel hat Bitget ein Bounty-Programm zur Wiederbeschaffung gestartet. Wer dabei hilft, Gelder zurückzuholen oder einzufrieren, soll fünf Prozent der eingefrorenen Beträge erhalten.

Staatlich unterstützte Gruppen aus Nordkorea werden seit Jahren mit großen Krypto-Diebstählen in Verbindung gebracht — darunter der bislang größte bekannte Fall, bei dem 1,5 Milliarden Dollar aus dem ETH-Cold-Wallet der Börse Bybit entwendet wurden. Das britische Blockchain-Analyseunternehmen Elliptic schätzte im Februar 2025, dass nordkoreanische Hacker seit 2017 “Kryptowerte im Wert von über sechs Milliarden Dollar gestohlen” haben.