Die Jury listete eine Reihe konkreter Versprechen auf, die sie als Lügen einstufte: Facebook habe behauptet, nicht von Desinformation oder Hass zu profitieren, „schädliche“ Falschinformationen von der Plattform zu löschen, Hassrede nicht zu dulden und keinen Anreiz zu haben, hasserfüllte Inhalte zu behalten.

Auch bei den eigenen „Gemeinschaftsstandards“ sahen die Geschworenen eine „vorsätzliche“ Täuschung: Facebook habe wahrheitswidrig erklärt, sich strikt an diese Richtlinie zu halten und dabei „keine besonderen Schutzregeln für bestimmte Gruppen und keine Ausnahmen für Politiker oder wegen Nachrichtenwerts“ vorzusehen, heißt es in der Mitteilung der Staatsanwaltschaft.

Ein weiterer Punkt betrifft die Aufarbeitung des Cambridge-Analytica-Skandals. Nach Auffassung der Jury hat Facebook seine damaligen Zusagen nicht eingehalten – weder Anwendungen zu untersuchen, die in großem Umfang auf Nutzerdaten zugriffen, noch forensische Prüfungen durchzuführen, die Zusammenarbeit mit Entwicklern zu beenden, die Daten missbrauchten, oder betroffene Personen zu informieren.

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Der Prozess reiht sich in eine Serie von Verfahren ein, die Meta wegen seines Umgangs mit Nutzerdaten verloren oder per Vergleich beigelegt hat. Nach Darstellung des Berichts summieren sich die finanziellen Sanktionen in derartigen Fällen bereits auf mehrere zehn Milliarden Dollar; der Freitagsspruch dürfte diese Summe deutlich erhöhen.

Parallel steht der Konzern wegen des Kinder- und Jugendschutzes unter Druck. Im März verurteilte ein Gericht in New Mexico Meta zur Zahlung von 942 Millionen US-Dollar Zivilstrafe wegen Verstößen gegen die Verbraucherschutzgesetze des Bundesstaats. Im August einigte sich Meta in einem separaten Verfahren zum Jugendschutz mit Kalifornien auf 17 Milliarden US-Dollar sowie die Zusage umfassender Reformen zum besseren Schutz von Kindern auf der Plattform.

„Facebook hat jahrelang so agiert, als gälten die Regeln, die für alle anderen gelten, für das Unternehmen nicht“, erklärte Generalstaatsanwalt Torrez. „Das ist ein historisches Urteil – nicht nur für New Mexico, sondern für jeden Bundesstaat, der darum kämpft, Big Tech zur Verantwortung zu ziehen.“