Times Car, einer der größten Anbieter für Fahrzeugvermietung und Mobilitätsdienste in Japan, hat den Umfang eines Cyberangriffs auf seine Systeme beziffert: Rund 6,6 Millionen Nutzerkonten sind betroffen. Nach Darstellung des Unternehmens verschaffte sich ein Dritter zu Beginn des Monats Zugang zur Infrastruktur. Öffentlich gemacht wurde der Vorfall am 25. September, einen Tag später sperrte Times Car den unbefugten Zugriff.
In der ersten Mitteilung hieß es noch, man untersuche, ob die Angreifer personenbezogene Daten von Mitgliedern erreicht hätten. Diese Frage hat das Unternehmen inzwischen beantwortet: Der Datenabfluss ist bestätigt. Betroffen sind sowohl aktuelle als auch ehemalige Mitglieder des Carsharing-Dienstes und ebenso aktuelle wie ehemalige Teilnehmer des Firmenkundenprogramms Times Business Service.
Zu den Passwörtern erklärte Times Car, diese seien in einer Form gespeichert gewesen, die sich nicht wiederherstellen lasse – ein Hinweis auf Verschlüsselung oder Hashing, nähere technische Angaben machte das Unternehmen jedoch nicht. Kreditkartendaten sind der Untersuchung zufolge nicht betroffen. Bislang gibt es zudem keine Anhaltspunkte dafür, dass die gestohlenen Daten online verbreitet werden.
Times Car gehört zu Times Mobility, einem Unternehmen der Park24-Gruppe. Der Dienst kommt nach eigenen Angaben auf vier Millionen aktive Mitglieder (Stand August 2026) und ermöglicht Online-Reservierungen für 84.000 Fahrzeuge, die an 29.000 Stationen in sämtlichen 47 Präfekturen Japans abgeholt werden können. Diese Größenordnung erklärt, warum die Zahl der betroffenen Konten die der aktiven Mitglieder deutlich übersteigt: Auch ehemalige Kunden stecken im Datenbestand.
Das Unternehmen warnt seine Mitglieder ausdrücklich vor Folgekontakten. Bei E-Mails, SMS und Anrufen, die angeblich von Times Car stammen, sei Vorsicht geboten; Anhänge sollten nicht geöffnet, Passwörter und Kreditkartendaten nicht eingegeben werden.
Zur Ursache und zum genauen Ausmaß des Vorfalls läuft derzeit eine forensische Untersuchung, bei der Times Car einen externen Fachmann hinzugezogen hat. Die betroffenen Kunden sollen einzeln informiert werden – allerdings gestaffelt und nicht auf einen Schlag. Trotz des Sicherheitsvorfalls laufen sämtliche Dienste nach Unternehmensangaben unverändert weiter.
