Cybersicherheit

Ukrainer gesteht Betrieb von KI-gestützter Fake-ID-Website

Ein 27-jähriger Ukrainer hat sich schuldig bekannt, die KI-basierte Plattform OnlyFake betrieben zu haben, die über 10.000 gefälschte Ausweisdokumente weltweit verkaufte. Die Website ermöglichte es Kunden, realistische digitale Kopien von Pässen, Führerscheinen und anderen Dokumenten zu generieren.

Ein ukrainischer Mann hat sich vor US-amerikanischen Behörden schuldig bekannt, die Betreibung von OnlyFake verantwortet zu haben – einer KI-gestützten Plattform, die im großen Stil gefälschte Ausweisdokumente produzierte und verkaufte. Der 27-jährige Yurii Nazarenko, der sich online unter verschiedenen Pseudonymen wie “John Wick” und “Tor Ford” bewegte, betrieb ein Abonnement-basiertes System, das mittels künstlicher Intelligenz täuschend echte digitale Fälschungen von Reisepässen, Führerscheinen und Sozialversicherungskarten erstellte.

Die Plattform war bemerkenswert vielseitig: Kunden konnten gefälschte digitale Ausweise für alle 50 US-Bundesstaaten sowie rund 56 weitere Länder generieren. Zusätzlich zur Anpassung persönlicher Daten boten sich Optionen wie randomisierte Informationen und verschiedene Präsentationsformen – von Scans bis zu fotografischen Aufnahmen – an.

Nach Angaben der New Yorker Bundesanwälte dienten diese gefälschten Dokumente primär dazu, sogenannte KYC-Verifikationen (Know Your Customer) bei Banken und Kryptobörsen zu umgehen. Diese Kontrollmechanismen sind gesetzlich vorgesehen, um Geldwäsche zu verhindern.

Ein bedeutsamer Aspekt des Betrugs war die Zahlungsweise: OnlyFake akzeptierte ausschließlich Kryptowährungen und bot zudem Mengenrabatte bis zu 1.000 Dokumenten an. Nazarenko versuchte seine Spuren zu verwischen, indem er Zahlungen durch multiple Wallets leitete und systematisch Emails löschte – besonders nach der Berichterstattung durch 404 Media im Februar 2024.

Das FBI beschaffte sich zwischen Mai und Juni 2024 durch verdeckte Operationen diverse gefälschte Ausweise, darunter New York State IDs, US-Pässe und Sozialversicherungskarten. Nach Schätzungen der Behörden generierte Nazarenko über 10.000 Dokumente und verdiente damit mehrere Hunderttausend Dollar.

Der Angeklagte wurde im September 2025 aus Rumänien ausgeliefert und hat sich zur Konfiszierung von 1,2 Millionen Dollar verpflichtet. Ihm droht eine Freiheitsstrafe von bis zu 15 Jahren; die Urteilsverkündung ist für den 26. Juni 2026 angesetzt.


Quelle: BleepingComputer