Der Oberste Gerichtshof von Arizona hat einen Datendiebstahl im Gerichtssystem des Bundesstaats öffentlich gemacht. Nach Angaben von Chief Justice Ann Scott Timmer wurde das System von kriminellen Hackern „oder deren Bots“ angegriffen. „Die Gerichtsführung geht davon aus, dass die kriminellen Hacker personenbezogene Daten vieler Einwohner Arizonas kopiert haben“, erklärte Timmer. Die Verwaltungsbehörde der Gerichte beim Obersten Gerichtshof benachrichtige derzeit so viele Betroffene wie möglich.

Ein Sprecher des Gerichtssystems sagte Recorded Future News, an dem Vorfall sei keine Ransomware beteiligt gewesen. Lösegeldforderungen für die entwendeten Daten hätten die Angreifer bis Montag nicht gestellt. Zu einer bestimmten Gruppierung ließ sich der Angriff bislang nicht zuordnen – niemand hat sich öffentlich dazu bekannt.

Weitere Einzelheiten will das Gericht vorerst nicht nennen, um die Ermittlungen nicht zu gefährden. Timmer verwies auf ein persönliches Gespräch mit dem ranghöchsten FBI-Vertreter im Bundesstaat: Sie habe die volle Unterstützung der Justiz für die Ermittlungen zugesagt und wolle die Wahrscheinlichkeit verringern, dass die Informationen zum weiteren Schaden der Einwohner Arizonas eingesetzt werden. „Wir stehen mit den Betroffenen in Kontakt und werden weitere Informationen weitergeben, sobald wir dazu in der Lage sind“, so die Vorsitzende Richterin.

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Gerichte gehören in den USA weiterhin zu den bevorzugten Zielen von Angriffen auf Einrichtungen der Bundesstaaten. Auf Justizservern lagern umfangreiche Bestände sensibler persönlicher Daten sowie Informationen aus der Strafverfolgung. Ein Ransomware-Angriff legte 2023 nahezu das gesamte Gerichtssystem von Kansas lahm; die vollständige Wiederherstellung zog sich über Monate hin.

In den vergangenen vier Jahren waren zudem staatliche und kommunale Gerichte in Kalifornien, Nebraska, South Carolina, Florida, Wisconsin, Louisiana, Ohio, Missouri und Illinois von Ransomware-Angriffen, DDoS-Vorfällen und Datenabflüssen betroffen.

Im November drangen Ransomware-Angreifer in die Behörde des Generalstaatsanwalts von Pennsylvania ein. Der Vorfall beeinträchtigte das Gerichtssystem des Bundesstaats fast einen Monat lang und zwang die Gerichte dazu, in bestimmten Straf- und Zivilverfahren Fristverlängerungen zu gewähren. Ebenfalls im November traf Ransomware jene Organisation, die in Georgia für die Verwaltung von Immobilien- und Zivilgerichtsakten zuständig ist.