Das US-Justizministerium teilte in einer Pressemitteilung mit, die beiden Verurteilten hätten mit Mitverschwörern sowohl in den Vereinigten Staaten als auch im Ausland zusammengearbeitet. Neben den beiden großen Überweisungen aus Iowa City und Ohio habe es „zahlreiche weitere Versuche" gegeben, Überweisungen von Unternehmen in Iowa und im gesamten Land umzuleiten.
Über die Zahlungsumleitung hinaus führten Odimegwu und Mogaji auch Finanztransaktionen ohne Wissen der Betroffenen durch. Dafür nutzten sie gestohlene Finanzdaten — darunter Kontoinformationen, persönliche Identifikationsnummern sowie Kredit- und Debitkartennummern — ergänzt um weitere Datensätze, die sie von ihren kriminellen Partnern gekauft hatten.
Das Muster folgt dem typischen Ablauf von BEC-Betrug: Angreifer verwenden kompromittierte E-Mail-Konten der Opfer, um Buchhaltungsabteilungen dazu zu bringen, geänderte Bankverbindungen zu akzeptieren. Reguläre Firmenzahlungen landen so auf Konten der Täter. Geht das Geld ein, wird es rasch über Finanzagenten abgezogen oder auf weitere kontrollierte Konten verteilt — um gerichtliche Anordnungen zum Einfrieren der Gelder ins Leere laufen zu lassen.
Wie hoch der Schaden solcher Angriffe insgesamt ausfällt, zeigt der Internet Crime Report des FBI für 2025: Dort sind 24.768 Beschwerden zu Business Email Compromise und Verluste von mehr als drei Milliarden US-Dollar im vergangenen Jahr verzeichnet. Für betroffene Unternehmen können die Ausfälle den Betrieb empfindlich treffen.
Es ist nicht das einzige jüngere Urteil in diesem Deliktbereich. Im Juli wurde der ghanaische Staatsangehörige Derrick Van Yeboah zu 85 Monaten Haft verurteilt. Er war im August 2025 an die USA ausgeliefert worden und hatte sich im März 2026 schuldig bekannt. Yeboah gehörte der Führungsebene eines groß angelegten Betrugsrings an, der mit BEC-Angriffen und Romance-Scams über 100 Millionen US-Dollar von Opfern in den gesamten Vereinigten Staaten erbeutete.
