Trump kündigte an, etwa zehn Personen in ein Gremium zu berufen, das „das ganze Unternehmen überwachen" solle. Die Vereinbarung nannte er „moralisch bindend"; in den kommenden Tagen wolle er nach Rücksprache mit der Branche eine Person benennen, die die Umsetzung beaufsichtigt. Mehrere der im Papier beschriebenen Maßnahmen setzen die Konzerne bereits in irgendeiner Form um oder hatten sie zuvor zugesagt.

Zurückhaltung kam ausgerechnet von einem der Unterzeichner: Anthropic-Chef Amodei, der zu den lautesten Stimmen für eine Verlangsamung der KI-Entwicklung zählt, sagte, die Technologie berge „sehr reale Risiken". Wie diese Risiken adressiert würden, sei „noch in der Diskussion".

Auch außerhalb des Weißen Hauses fiel die Bewertung gemischt aus. Shri Narayanan, Professor für Elektro- und Computertechnik an der University of Southern California, sieht in der Vereinbarung den Versuch, den nötigen Spielraum für Innovation mit Regulierung auszubalancieren — wobei Innovation nicht nur die Leistungsfähigkeit der Modelle betreffe, sondern auch deren Sicherheit. Sein Kollege Robin Jia, Assistenzprofessor für Informatik, äußerte sich skeptisch gegenüber „so viel Vertrauen in Selbstkontrolle". Entscheidend sei, dass die Absichten der führenden Labore „gut auf das breitere Interesse der amerikanischen Öffentlichkeit abgestimmt" seien. Mit Blick auf kürzlich bekannt gewordene Hacking-Vorfälle sagte Jia: „Je besser die Modelle werden, desto größer werden die Folgen solcher Dinge."

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Deutlicher wurde Alex Pascal, Geschäftsführer des Berkman Klein Center for Internet and Society, der die vage und weit gefasste Sprache des Papiers kritisierte: „Der einzige Weg, die Risiken und Schäden von KI für die Amerikaner zu verringern, führt über robuste rechtliche Haftung, Regulierung und eine grundlegende Änderung der Wettbewerbsdynamik, die unsichere Entscheidungen von Entwicklern von Spitzen-KI antreibt, deren Kosten die amerikanische Bevölkerung trägt."

Bereits zuvor am Tag hatte Trump zugesagt, die US-Regierung werde die Entwicklung künstlicher Intelligenz nicht begrenzen und keine Forderungen nach „Leitplanken" unterstützen. „Ich werde niemals das Wachstum einer Technologie ersticken, die größer sein wird als die industrielle Revolution", sagte er bei der Vorstellung des Regierungs-Chatbots America.gov, der Bürgern den Zugang zu Verwaltungsleistungen erleichtern soll. Außenminister Marco Rubio hob hervor, dass über den Chatbot bald ein Erstantrag auf einen Reisepass vollständig online möglich sein könnte — bislang ist dafür ein persönlicher Termin nötig.

Ein Streitpunkt bleiben die Rechenzentren, die die Konzerne für hunderte Milliarden Dollar im ganzen Land errichten und gegen die sich parteiübergreifender Widerstand vor Ort formiert hat. Laut Trump sagten die Manager zu, betroffene Gemeinden stärker zu unterstützen, etwa durch Geld für lokale Schulen oder Maßnahmen zur Senkung der Energiekosten. Halte der Widerstand an, würden die Projekte „gezwungen sein, ins Ausland oder an andere Standorte zu gehen".

OpenAI-Chef Sam Altman sagte am selben Tag bei CNBC, sein Unternehmen richte den Fokus zunehmend auf Sicherheit; tags zuvor hatte OpenAI die Einführung eines neuen Modells aus Sicherheitsgründen gestoppt. „Wir takten unseren Fortschritt, wozu manchmal gehört, ein Modell nicht zu trainieren."

Den Wettlauf um KI beschrieb Trump vor allem als Konkurrenz zwischen den USA und China, mit einem Gewinner und einem Verlierer, ohne „zweiten Platz". Beim Besuch des chinesischen Präsidenten Xi Jinping in Washington hatten beide Länder kürzlich vereinbart, einen Kanal für den Umgang mit KI-bezogenen Vorfällen einzurichten. Zu enge Zusammenarbeit lehnt Trump jedoch ab: „Ich wollte nichts tun, weil wir führen. Warum sollte ich etwas tun wollen?"