Rebecca Grapsy hebt hervor, was ihren Mann aus ihrer Sicht auszeichnet: “Kevin gehört zu den Menschen mit der seltenen Fähigkeit, sehr knapp über technische Dinge zu sprechen”, sagt sie. Viele seien technisch brillant, aber nicht zwangsläufig gut darin, dieses Wissen zu übersetzen.
Für Kevin Grapsy liegt gerade in der klaren Verständigung mit der Führungsebene der größte mögliche Gewinn für die eigene Karriere. Wer über Cybersicherheitsprobleme mit der Leitung spreche, müsse die wesentlichen Vorgänge “auf dem Hallenboden” vermitteln können. “Der Firewall ist ihnen egal, sie interessieren sich für den Hallenboden”, sagt er.
Um das Publikum dort abzuholen, wo es selbst mit solchen Kommunikationsproblemen konfrontiert ist, haben die beiden ihr “Five Points of Friction Framework” entwickelt. Einer dieser Reibungspunkte sind fehlausgerichtete Ziele: Spannungen entstehen, wenn das technische und das nichttechnische Team jeweils eigene Ziele verfolgen.
In diesem Fall, so Rebecca, bitten sie alle Beteiligten, einen gemeinsamen “North Star” zu finden — mindestens ein Ziel, hinter dem sich alle versammeln können. Dieses Ziel sollte in einfacher Sprache formuliert sein: “Es sollte nicht schwer zu erklären sein”, sagt sie. “Ich sollte meinen Vater anrufen und es ihm am Telefon erklären können. Es sollte für alle Beteiligten verständlich sein.” Daraus entstehe ein gemeinsames Erfolgserlebnis und die Gelegenheit, über unterschiedliche Hintergründe hinweg gemeinsam zu feiern.
Ein weiterer der fünf Reibungspunkte ist Vertrauen. Dabei geht es darum, Grenzen zu setzen und ein sicheres Umfeld zu schaffen, in dem man sich austauschen kann, ohne andere einem Risiko auszusetzen. Das kann bedeuten, eine Grundregel zu etablieren, wonach offen miteinander gesprochen werden kann, ohne dass vertrauliche Informationen nach außen dringen. Im technischen oder nachrichtendienstlichen Bereich könne dazu auch gehören, schlicht mit “Ich weiß es nicht” zu antworten — laut Kevin eine völlig gültige Antwort.
Das Ziel, diese typischen Knackpunkte offenzulegen, ist es, Menschen zu zeigen, wie sie Reibung im eigenen Berufsleben angehen können, um Vertrauen und Verständigung mit verschiedenen Beteiligten und im eigenen Team aufzubauen. Wer diese Reibung überwinde, könne die eigene Karriere voranbringen, die Organisation schützen und dafür sorgen, dass technische Arbeit dauerhaft wirkt. “Wenn man diese wirklich coolen technischen Ideen oder dieses technische Wissen nicht an die Entscheider, an die Führung, in den Vorstand übersetzen kann, dann geht es leicht verloren”, heißt es. “Genau das wollen wir verhindern. Wir wollen eine Brücke bauen.”
Die RSAC 2026 findet vom 23. bis 26. März in San Francisco statt.
