Osavul positioniert sich an der Schnittstelle von Cyberabwehr, physischer Sicherheit und Informationsraum. Die Plattform des Unternehmens wertet nach eigener Darstellung offene wie privilegierte Datenquellen aus, um feindselige Absichten zu identifizieren, bevor Angriffe konkret werden. Dabei soll nicht nur erkannt werden, wer einen Kunden ins Visier nimmt, sondern auch, welche Mitarbeiter, Anlagen und Lieferketten davon berührt sind.

Ein zentrales Verkaufsargument ist die Nachvollziehbarkeit: Die Bewertungen seien belegbasiert und würden von Analysten geprüft. Zudem lässt sich das System nach Angaben des Anbieters lokal innerhalb souveräner Infrastruktur betreiben, sodass sensible Daten die Systeme der Kunden nicht verlassen – ein Punkt, der für Regierungs- und Verteidigungskunden entscheidend sein dürfte.

Die Series-A-Runde über 10 Millionen Dollar beziehungsweise 8,5 Millionen Euro wurde von 33N Ventures angeführt. Balnord, G+D Ventures und 42CAP beteiligten sich ebenfalls. Insgesamt hat das Unternehmen damit rund 12 Millionen Euro eingeworben.

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Entwickelt wurde die Technologie zunächst während der russischen Invasion in der Ukraine. Inzwischen zählt Osavul Regierungs-, Verteidigungs- und Sicherheitseinrichtungen in mehr als zehn Ländern zu seinen Kunden. Außerdem gehört die Firma zu den Technologieunternehmen, die die Information Environment Assessment Capability der NATO bereitstellen.

Das Unternehmen verweist zur Begründung seines Geschäftsmodells auf eine zunehmende hybride Aktivität gegnerischer Staaten und ihrer Stellvertreter, die Cyberangriffe, Sabotage, Spionage und Informationsmanipulation miteinander verbinde. Seit 2022 seien in Europa mehr als 150 staatlich verbundene Vorfälle erfasst worden.

„Hybride Angriffe sind längst kein reines Regierungsproblem mehr. Die Unternehmen, die Energieversorgung, Flughäfen, Häfen, Verkehr und Finanzwesen betreiben, stehen denselben Gegnern gegenüber – meist ohne die Mittel, sie kommen zu sehen“, sagte Dmytro Plieshakov, Mitgründer und Geschäftsführer von Osavul.

Mit dem frischen Geld will Osavul seine KI-Fähigkeiten ausbauen, in den Unternehmensmarkt und zu Betreibern kritischer Infrastruktur expandieren sowie das Geschäft mit Regierungs- und Verteidigungskunden vertiefen.

Gegründet wurde das Unternehmen von Plieshakov gemeinsam mit Dmytro Bilash. Die beiden hatten zuvor ihre Firma Captain Growth an Perion verkauft.