Die Festnahme in Montenegro erfolgte bereits am 25. Juni, die Überstellung an die US-Justiz fand in dieser Woche statt. Grundlage war ein vom FBI ausgestellter Haftbefehl. Die Behörden in Podgorica beschränkten ihre Angaben auf die Initialen A.B. und das Alter des Mannes – 40 Jahre.

Die US-Anklageschrift führt Amir Barati als eines von 17 beschuldigten Mitgliedern des Mabna Institute auf. Die ergänzte Anklage mit 14 Anklagepunkten wurde im August entsiegelt. Nach Darstellung der Ermittler führten die Beschuldigten ihre Einbrüche sowohl im Auftrag der Islamischen Revolutionsgarde des Iran als auch für private Organisationen aus.

Der Umfang der mutmaßlichen Kampagne ist beträchtlich: Betroffen waren laut Anklage 144 Universitäten in den USA und 178 im Ausland, 42 private Unternehmen in den USA und elf im Ausland, fünf US-Bundesbehörden sowie mindestens zwei Nichtregierungsorganisationen. Die Angriffe begannen demnach im Jahr 2013.

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Abgeflossen sein sollen mehr als 31 Terabyte an wissenschaftlichem Material – darunter akademische Daten und geistiges Eigentum – sowie Zugänge zu E-Mail-Konten von Beschäftigten. Die erbeuteten Informationen wurden der Anklage zufolge an die iranische Regierung weitergegeben und an iranische Universitäten verkauft. Der finanzielle Schaden wird mit über 3,4 Milliarden US-Dollar angegeben.

Für Hinweise zu fünf weiteren der beschuldigten iranischen Hacker – Mesri, Galekuhi, Kahzadian, Fayaz und Ballojeh – hat die US-Regierung Belohnungen von bis zu zehn Millionen Dollar ausgelobt.

Dass ein mutmaßlicher Angehöriger dieser Gruppe tatsächlich vor einem US-Gericht landet, ist die Ausnahme. Staatsnahe iranische Akteure arbeiten üblicherweise aus dem Iran heraus und reisen nicht in Staaten, die Auslieferungsabkommen mit den Vereinigten Staaten unterhalten. Barati war nach Angaben von Iran International im Jahr 2021 in die Türkei gezogen, wo er später die Staatsbürgerschaft erhielt und seinen Vor- und Nachnamen legal ändern ließ – ein Umstand, der die Identifizierung erschwert haben dürfte, seine Festnahme in Montenegro aber letztlich nicht verhinderte.