Die CISA arbeitet aktuell intensiv mit Industrievertretern und Behörden zusammen, um potenzielle iranische Cyber-Bedrohungen zu überwachen. Nach Aussage Andersons zeigt diese Zusammenarbeit bislang erfreuliche Ergebnisse: Es gibt keinen erkennbaren Anstieg in der Aktivität von Bedrohungsakteuren aus dem Iran. “Wir sehen eine stabile Lage — es gibt keinen Anstieg bei den Aktivitäten von Threat Actors, was großartig ist, aber wir dürfen nicht nachlässig werden”, erklärte der CISA-Chef gegenüber Reportern.
Allerdings betont Andersen, dass diese Beruhigung nicht bedeuten darf, dass die Cybersicherheit-Community ihre Wachsamkeit herabsetzt. Andere Gegner nutzen weiterhin den Cyberraum für ihre Operationen, und kriminelle Gruppen sind unabhängig von geopolitischen Ereignissen aktiv. Ein aktuelles Beispiel ist die anhaltende Zusammenarbeit der CISA mit dem Medizingeräte-Hersteller Stryker nach einem Cyber-Angriff vom 11. März. Dieser wurde von der irangebundenen Hacking-Gruppe Handala durchgeführt und zeigt die reale Bedrohung für kritische Infrastrukturen.
Besondere Sorge bereitet der CISA die zunehmende Nutzung künstlicher Intelligenz bei Cyber-Angriffen. Andersen spricht von einem “Velocity-Problem” — die Geschwindigkeit und Komplexität von Angriffen nehmen dramatisch zu. Dies stellt die bestehenden Prozesse zur Behebung von Sicherheitslücken vor erhebliche Herausforderungen. Bisher hatten Unternehmen typischerweise ein bis zwei Wochen Zeit, um gemeldete Schwachstellen (Common Vulnerabilities and Exposures, CVEs) zu beheben und zu veröffentlichen. Nach Ansicht Andersens ist dieses Zeitfenster längst nicht mehr ausreichend.
Die CISA arbeitet daher daran, die Timelines für die Behebung von Sicherheitslücken zu verkürzen. Die Behörde untersucht derzeit, welche Änderungen notwendig sind, um schneller vorgehen zu können. Ein zentraler Punkt ist die Frage, wie schnell die CISA Handlungsempfehlungen ausgeben kann, ohne dabei an Qualität zu verlieren. Für deutsche Unternehmen bedeutet dies: Schnellere Reaktionsfähigkeit auf neu entdeckte Schwachstellen wird zur Grundvoraussetzung für robuste Cybersicherheit.
