Das OFAC beschreibt die Struktur hinter den Angriffen als grenzüberschreitendes Geschäftsmodell: “Während das Netzwerk von Prometheus in Mexiko und Venezuela ansässig ist, richtet sich das Vorgehen gegen Geldautomaten in den USA, auf denen Kriminelle Schadsoftware einsetzen, um die Automaten zur Bargeldausgabe zu zwingen. Die gestohlenen Gelder werden anschließend gewaschen und an TdA-Mitglieder in verschiedenen Ländern transferiert.”
Die Behörde ordnet die Maßnahme in eine breiter angelegte Kampagne ein. Seit 2025 seien mehr als 30 Maßnahmen gegen über 300 Personen und Einrichtungen mit Verbindungen zu transnationalen kriminellen Organisationen ergriffen worden.
Tren de Aragua selbst wurde vom Finanzministerium im Juli 2024 als transnationale kriminelle Organisation eingestuft; im Februar 2025 folgte die Einordnung als ausländische Terrororganisation durch das Außenministerium.
Neben den Personen traf es auch Kryptowerte: Nach Angaben von TRM Labs nahm das Finanzministerium sieben TRON-Adressen in die Liste der Specially Designated Nationals and Blocked Persons (SDN-Liste) auf. Diese hätten seit März 2022 Zuflüsse von insgesamt rund 6,1 Millionen US-Dollar erhalten und Gelder an weitere TdA-nahe Adressen weitergeleitet.
Parallel zu den Sanktionen läuft die strafrechtliche Verfolgung. Seit Oktober 2025 hat das US-Justizministerium 98 Verdächtige angeklagt, die der TdA zugerechnet werden und in Jackpotting-Schemata verwickelt sein sollen. Ihnen drohen Höchststrafen zwischen 20 und 335 Jahren Haft je Person.
Nach einer Verhaftungswelle gegen Mitglieder der Organisation hatte das FBI im Februar gewarnt, Kriminelle hätten im Jahr 2025 bei einem starken Anstieg von Angriffen auf Geldautomaten mehr als 20 Millionen US-Dollar erbeutet. Zuletzt bekannten sich Anfang September fünf venezolanische Staatsangehörige schuldig, nachdem Versuche, bei Jackpotting-Angriffen in Wamego und Manhattan im US-Bundesstaat Kansas Schadsoftware zu installieren, gescheitert waren.
