Vicksburg hat nach eigenen Angaben die betroffenen Systeme vorsorglich abgeschaltet, um den Vorfall einzudämmen. Bürgermeister Willis Thompson betonte in seiner Erklärung, dass Rettungs- und Notdienste weiterarbeiten. Spürbar sind die Folgen vor allem bei den Zahlungen für städtische Versorgungsleistungen, die derzeit nicht wie gewohnt abgewickelt werden können.

Um Bürger nicht zu benachteiligen, hat die Stadt zwei Zusagen gemacht: Solange die Untersuchung läuft, wird niemandem die Versorgung abgestellt, und verspätete Zahlungen ziehen keine Strafgebühren nach sich.

Zum Umfang eines möglichen Datenabflusses gibt es bislang keine belastbaren Erkenntnisse. „Eine der obersten Prioritäten unserer Untersuchung ist die Feststellung, ob personenbezogene oder vertrauliche Informationen zu aktuellen und/oder früheren Kunden, Auftragnehmern, Lieferanten, Beschäftigten oder verbundenen Geschäftspartnern der Stadt kompromittiert wurden“, erklärte Thompson. Und weiter: „Derzeit dauert die Untersuchung an, und die Stadt ist zu keiner abschließenden Feststellung darüber gelangt, auf welche Informationen – falls überhaupt – unbefugt zugegriffen oder welche unbefugt erlangt wurden.“

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Technische Einzelheiten will die Stadt nicht nennen. Man werde keine Informationen veröffentlichen, „die die Untersuchung, die Wiederherstellungsarbeiten oder die Sicherheit der städtischen Systeme beeinträchtigen könnten“, heißt es in der Erklärung. Auf Anfragen zu möglichen Lösegeldforderungen oder zur Identität der Angreifer reagierte die Stadt nicht.

Bei der Wiederherstellung erhält Vicksburg Unterstützung von mehreren Seiten. Laut Thompson sind das FBI, das Heimatschutzministerium und weitere Stellen des Bundesstaats eingebunden, zusätzlich arbeiten private Sicherheitsfachleute an der Aufarbeitung.

Der Fall reiht sich in eine Serie von Erpressungsangriffen in Mississippi ein. Erst kürzlich traf es das University of Mississippi Medical Center (UMMC), die größte und wichtigste Gesundheitseinrichtung des Bundesstaats. Das Klinikverbund betreibt das einzige Kinderkrankenhaus des Staates, das einzige Traumazentrum der Stufe I, die einzige neonatologische Intensivstation der Stufe IV sowie die einzigen Organtransplantationsprogramme. Nach dem Angriff war die Einrichtung wochenlang ohne funktionierende IT und benötigte Unterstützung des FBI für die Wiederherstellung.

Zuvor hatten Ransomware-Gruppen bereits einen bedeutenden Stromversorger in Mississippi im vergangenen Jahr sowie 2023 einen weiteren Landkreis des Bundesstaats angegriffen.