Die Klage der El-Faro-Mitarbeiter gegen die NSO Group scheitert erneut an einer formalen Hürde: Ein kalifornischer Bundesrichter sah keine Zuständigkeit seines Gerichts für den Fall. Bereits im März 2024 hatte ein anderer Richter das Verfahren abgewiesen und es als „gänzlich ausländisch" bezeichnet, dem die Grundlage für eine Verhandlung in Kalifornien fehle.

Dada und die übrigen Beschäftigten von El Faro hatten dagegen argumentiert, der Fall könne sehr wohl dort verhandelt werden, weil die Angriffe über kompromittierte Infrastruktur abgewickelt worden seien, die sich im US-Bundesstaat befand.

Nach Darstellung des Knight First Amendment Institute wurde zwischen Juni 2020 und November 2021 mindestens 226 Mal Pegasus gegen den Hauptkläger Carlos Dada und seine Kollegen eingesetzt. Die Telefone der Journalisten und weiterer Mitarbeiter seien heimlich aus der Ferne zugänglich gemacht worden. Auffällig war demnach das Muster der Angriffe: Sie häuften sich jeweils in den Tagen, bevor größere Recherchen veröffentlicht werden sollten.

Anzeige

Pegasus gilt als Zero-Click-Spähsoftware, die ein Zielgerät ohne jede Interaktion der Nutzerin oder des Nutzers übernehmen kann. Das Verfahren, das das Knight First Amendment Institute im November 2022 im Namen der Journalisten einreichte, war das erste, das in einem US-Gericht gegen den Hersteller NSO Group angestrengt wurde.

Die Kläger wollten erreichen, dass das Gericht die NSO Group verpflichtet, die gesammelten Informationen zu löschen. Zudem sollte das Unternehmen den Kunden benennen, der die Überwachung in Auftrag gegeben hatte. Beide Forderungen bleiben mit der Abweisung vorerst unerfüllt.

Das Knight Institute erklärte, es plane, gegen die Entscheidung in Berufung zu gehen. Damit ist der juristische Weg nicht endgültig verschlossen — der Fall könnte zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufgenommen werden. Ein Sprecher der NSO Group äußerte sich auf Anfrage zunächst nicht.